Ingolstadt muss weiter sparen: Haushalt 2030 im Blick

50 Millionen Euro Verbesserung erreicht – doch die Finanzierungslücke bleibt groß

Die Stadt Ingolstadt kommt bei der Haushaltskonsolidierung voran, doch bis zu einem ausgeglichenen Haushalt ist es noch ein weiter Weg. Das erstmals vorgelegte Haushaltssicherungskonzept (HSK) zeigt für 2026 eine Verbesserung um rund 50 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Lage angespannt: Bis 2030 will die Stadt ihren Haushalt wieder strukturell ausgleichen.

Das 71 Seiten umfassende Konzept bündelt die bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen und beschreibt den weiteren Weg. Für 2026 weist der Verwaltungshaushalt weiterhin eine Unterdeckung von 66,1 Millionen Euro aus. Für die Jahre 2026 bis 2029 liegt die ursprünglich errechnete Unterdeckung im Durchschnitt bei rund 75 Millionen Euro jährlich. Die bereits beschlossenen Maßnahmen sollen diese Lücke deutlich verringern.

Wo die Stadt bereits gespart hat

Ingolstadt hat in den vergangenen Jahren mehrere Konsolidierungspakete beschlossen. Das erste Paket für die Jahre 2025 bis 2027 umfasst insgesamt 57,54 Millionen Euro. Davon wurden 2025 nach Angaben der Stadt bereits 14,66 Millionen Euro umgesetzt. Weitere Einsparungen betreffen unter anderem freiwillige Leistungen, städtische Aufgaben und die Verwaltung.

Beim zweiten Konsolidierungspaket wurden 92 mögliche Maßnahmen geprüft. 78 Einsparoptionen mit einem Gesamtvolumen von rund 5,46 Millionen Euro wurden beschlossen. Auch die städtischen Beteiligungsunternehmen sind einbezogen. Dort wurden nach Angaben der Stadt jährliche Einsparmöglichkeiten von rund zehn Millionen Euro für den städtischen Haushalt identifiziert.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Personalkosten. Für 2026 wurden die Personalressourcen um rund 76 Vollzeitäquivalente reduziert. Dadurch soll der Haushaltsansatz um etwa sechs Millionen Euro entlastet werden. Nach Angaben der Stadt erfolgte dies über Fluktuation, Stundenreduzierungen und interne Umschichtungen, betriebsbedingte Kündigungen gab es nicht.

Bis 2030 soll der Haushalt ausgeglichen sein

Trotz der bisherigen Einsparungen bleibt der Konsolidierungsbedarf erheblich. Für 2029 sieht die ursprüngliche Finanzplanung eine Unterdeckung von rund 93,2 Millionen Euro vor. Die bereits vorgesehenen Maßnahmen reduzieren den Finanzierungsbedarf, schließen die Lücke aber bislang nicht vollständig.

Dabei sind die Möglichkeiten für weitere Kürzungen begrenzt. Nach einer internen Untersuchung entfallen rund 80 Prozent der eingesetzten Ressourcen auf Pflichtaufgaben. Die Stadt will deshalb nicht nur Ausgaben reduzieren, sondern auch Aufgaben und Standards überprüfen, Einnahmemöglichkeiten ausschöpfen und Investitionen stärker priorisieren.

Weitere Maßnahmen sollen ausgearbeitet und den politischen Gremien zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. Das Haushaltssicherungskonzept soll dabei regelmäßig fortgeschrieben werden. Der angestrebte strukturelle Haushaltsausgleich soll bis 2030 erreicht werden.

Auch die Verschuldung ist ein Thema

Eine wichtige Rolle spielen dabei die künftigen Investitionen. Die Stadt hat in ihrem Konzept zwei Szenarien bis 2036 berechnet. Bei einer Fortschreibung der angemeldeten Investitionen ergibt sich ein möglicher Schuldenstand von rund 803 Millionen Euro. Bei einer deutlich restriktiveren Investitionsplanung liegt der berechnete Wert bei rund 360 Millionen Euro.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um Modellrechnungen und nicht um bereits beschlossene Kreditaufnahmen. Die große Differenz zeigt jedoch, welchen Einfluss die künftigen Investitionsentscheidungen auf die Verschuldung haben können.

Regierung von Oberbayern fordert Haushaltssicherungskonzept

Hintergrund des Konzepts ist die angespannte finanzielle Situation der Stadt. Die Regierung von Oberbayern hatte die Vorlage eines Haushaltssicherungskonzepts gefordert. Am 31. März 2026 versagte sie die Genehmigung der Kredit- und Verpflichtungsermächtigungen, weil die dauernde finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt nicht nachgewiesen werden konnte.

Ingolstadt befindet sich deshalb seit Jahresbeginn in der vorläufigen Haushaltsführung. Nach der Beratung und Beschlussfassung durch die politischen Gremien soll das Haushaltssicherungskonzept der Regierung von Oberbayern vorgelegt werden.

Die bisherigen Sparmaßnahmen zeigen Wirkung, gelöst ist das Haushaltsproblem damit aber noch nicht. Für den angestrebten Ausgleich bis 2030 werden weitere Einsparungen, zusätzliche Einnahmen und eine konsequente Priorisierung der Ausgaben notwendig sein.

Das vollständige Haushaltssicherungskonzept ist im Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt einsehbar.

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