Erst aufs Skateboard, dann ins Gespräch: Was Ingolstadts Jugend bewegt

Sie leben gerne in Ingolstadt, schätzen die Parks und das Miteinander in der Halle neun. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Möglichkeiten für ihre Freizeit. Bei seiner Bürgersprechstunde „OB vor Ort“ am Mittwoch, 14. Oktober, sprach Oberbürgermeister Dr. Michael Kern mit Kindern und Jugendlichen über ihren Alltag, ihre Stadt und ihre Wünsche.

Zum Auftakt stieg Kern selbst aufs Skateboard und fuhr draußen eine Runde. Anschließend kam er mit den jungen Besuchern ins Gespräch. Was beschäftigt sie? Was fehlt ihnen? Und wie fühlen sie sich in Ingolstadt? Im Jugendtrendsportzentrum neun traf der Oberbürgermeister auf Kinder und Jugendliche, die dort regelmäßig ihre Freizeit verbringen.

Zu ihnen gehört Felix. Der Siebtklässler der Fronhofer-Realschule begeistert sich für Parkour und gibt selbst Kurse. Gemeinsam mit Simson, der sich ebenfalls in der Halle neun engagiert, berichtete er vom Aufbau des Instagram-Accounts „Parkour Ingolstadt“ (parkour-in). Andere Besucher erzählten, warum sie immer wieder in die Halle neun kommen: Neben dem Sport schätzen sie die Gemeinschaft. Man trifft sich, knüpft Kontakte und lernt von den Älteren.

Mehr Platz und bessere Ausstattung für Parkour

Ingolstadt beschrieben die jungen Gesprächspartner als schöne Stadt. Einige fanden allerdings, dass Erwachsene bei den Freizeitangeboten besser versorgt seien. Für Kinder und Jugendliche dürfe es mehr Möglichkeiten geben. Konkret wünschten sie sich zusätzliche Parkour-Anlagen. Als Vergleich nannten sie Regensburg, wo es aus ihrer Sicht mehr Angebote für ihren Sport gebe.

Auch die Ausstattung der bestehenden Anlage war Thema. Statt ausgemusterter Geräte wünschten sich die Jugendlichen neue Geräte, die ihnen dauerhaft zur Verfügung stehen. Zu Spitzenzeiten seien rund 50 Personen auf der Parkour-Anlage, berichteten sie. Simson sprach sich ebenfalls dafür aus, die bestehende Anlage herzurichten und besser auszustatten.

Zur Sprache kamen außerdem die Schwierigkeiten mit der Bahn bei der seit Jahren geplanten zusätzlichen Parkour-Anlage neben der Halle neun. Inzwischen steht dort ein Zaun zur Abgrenzung gegen die Gleise. Ein Jugendlicher dankte ausdrücklich Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll für ihren Einsatz für die jungen Besucher. Sie hatte sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, die Planung trotz der Schwierigkeiten voranzubringen.

Dass das Angebot auch über Ingolstadt hinaus geschätzt wird, zeigten drei Jugendliche aus Kösching, die im Laufe des Nachmittags dazukamen. Sie erzählten Kern, dass sie die Parkour-Anlage öfter nutzen und gerne dafür nach Ingolstadt fahren. Auch die Parks gefielen ihnen. Den Piuspark besuchen sie unter anderem zum Skaten, außerdem erwähnten sie den Klenzepark. In Ingolstadt aufzuwachsen, könnten sie sich ebenfalls gut vorstellen.

Medienkompetenz statt Verbot

Neben Sport und Freizeit ging es um soziale Medien. Ein Jugendlicher sprach sich gegen ein Verbot aus. Eine Altersgrenze von 13 Jahren hielt er für sinnvoll. Vor allem sollte man jungen Menschen aber beibringen, wie sie mit sozialen Medien umgehen können.

Einblicke in die Arbeit der Einrichtung gab Bernhard Mayerhofer, pädagogischer Mitarbeiter der neun. Er ist seit 2014 dabei und beschrieb seinen Beruf als ausgesprochen schön und abwechslungsreich. Wer zum Skaten kommt, braucht nicht unbedingt eine eigene Ausrüstung: Skateboards, Helme und Schoner können gegen Gebühr ausgeliehen werden. Benutzer zahlen 4,50 Euro Eintritt. Für Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen aus dem Raum Ingolstadt übernimmt ein Sozialfonds den Eintritt. Als Nachweis genügt eine Kopie des Sozialhilfebescheids oder des Ingolstadt-Passes.

Kern zeigte sich erfreut über die Gespräche und darüber, dass die jungen Besucher gerne in Ingolstadt leben oder regelmäßig aus dem Umland kommen. Ihre Wertschätzung für die Stadt verbanden sie mit einem klaren Wunsch: mehr Angebote für junge Menschen und mehr Möglichkeiten, ihren Sport auszuüben.

Mehr dazu: Halle neun

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