Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern
Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Laut Deutscher Herzstiftung sind bundesweit mehr als 1,6 Millionen Menschen davon betroffen, allein 1.337 bei der AOK Bayern versicherte Patientinnen und Patienten aus Ingolstadt wurden 2025 deswegen behandelt. Im Landkreis Eichstätt waren es 1.275, im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm 1.610 und im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen 1.419 bei der AOK Bayern versicherte Patientinnen und Patienten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Bayern. Vorhofflimmern ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Deshalb stehen die diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung im November unter dem Motto „Herz aus dem Takt – Vorhofflimmern erkennen und handeln“. „Wichtig ist, die Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, denn sie erhöht das Risiko für einen Schlaganfall“, so Dr. Petra Meyer-Schönfuß, Internistin und beratende Ärztin bei der AOK Bayern.
Ursache nicht immer eindeutig
Wenn das Herz normal schlägt, nimmt man es meist gar nicht wahr. Bei Patienten mit Vorhofflimmern schlägt das Herz hingegen unregelmäßig und oft zu schnell. In der Regel tritt Vorhofflimmern zunächst einmalig auf. Mit der Zeit können sich die Episoden häufen, bis das Herz schließlich dauerhaft aus dem Takt gerät. Dann können die Vorhöfe ihrer Aufgabe, die Herzkammern zu füllen, nicht mehr nachkommen. Es gelangt weniger Blut in die Herzkammern und durch den zu hohen und unregelmäßigen Puls nimmt auch die Schlagkraft der Herzkammern ab. Die Herzleistung sinkt. Neben dem Herzstolpern und -rasen können die Patienten unter einem Schwächegefühl, Benommenheit oder Schwindel leiden. „Ursache für die Erkrankung sind oft Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder Herzklappenfehler“, so Petra Meyer-Schönfuß. Seltener lösen eine Überfunktion der Schilddrüse, bestimmte Medikamente oder Alkoholkonsum die Erkrankung aus. Bei ungefähr einem Drittel der Betroffenen bleibt der Auslöser unbekannt.
Arztbesuch ratsam
Bei Vorhofflimmern besteht normalerweise keine akute Lebensgefahr. In jedem Fall ist es aber angezeigt, sich ärztlichen Rat einzuholen. Denn es können sich langfristig Folgeerkrankungen wie Herzschwäche oder ein Schlaganfall entwickeln. Da sich die Herzvorhöfe nicht mehr richtig zusammenziehen, können sich im Herzen Blutgerinnsel bilden. Wenn ein Gerinnsel mit dem Blutstrom in die Gefäße, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen, gelangt und sie verstopft, kommt es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Liegt dem Vorhofflimmern eine behandelbare Ursache zugrunde, sollte diese behandelt werden. Ansonsten gibt es Möglichkeiten, das Vorhofflimmern direkt zu behandeln, zum einen medikamentös durch Verlangsamung der Herzfrequenz und zum anderen durch eine Katheterablation. Wichtig ist immer die konsequente Blutverdünnung. Für Betroffene kann der AOK-Curaplan, ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) für koronare Herzkrankheit, hilfreich sein.
Im Internet:
www.aok.de/pk/leistungen/curaplan-chronische-erkrankungen/
Vorhofflimmern – die wichtigsten Informationen
Pressestelle/Foto AOK Bayern
