Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ tagte in Ingolstadt

Behörden, Polizei und Beratungsstellen vereinbaren Verbesserungen zum Schutz von Opfern 

Häusliche Gewalt zu bekämpfen und den Schutz von Betroffenen zu verbessern, ist das Ziel des Arbeitskreises „Häusliche Gewalt“. Auf Initiative der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Barbara Deimel kommen darin alle relevanten Fachstellen und Institutionen zusammen, um sich auszutauschen, Prozesse aufeinander abzustimmen und vor allem Sicherheit für betroffene Frauen und Kinder herzustellen. 

Der Arbeitskreis tagte am Dienstag, 27. Oktober, im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses. Bürgermeister Christian De Lapuente und Barbara Deimel begrüßten dabei Vertreterinnen und Vertreter des Amtsgerichts, der Staatsanwaltschaft, der Polizei, des Frauenhauses, der Täterberatung, des Jugendamtes sowie Anwälte und Verfahrensbeistände.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Erarbeitung gemeinsamer Handlungsempfehlungen für familiengerichtliche Verfahren, insbesondere bei Entscheidungen zu Umgangs- und Sorgerechtsregelungen. Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, Schutz- und Sicherheitsaspekte stärker zu berücksichtigen und bestehende rechtliche Lücken zu schließen. Ziel ist es, die oft komplexe Dynamik häuslicher Gewalt frühzeitig zu erkennen, Gewaltkreisläufe zu durchbrechen und den Schutz von betroffenen Kindern und Erwachsenen nachhaltig zu verbessern. Dazu gehört vor allem, das Wohl und die Rechte der Kinder sowie den Opferschutz bei allen Beteiligten in den Mittelpunkt zu stellen.
Häusliche Gewalt kann viele Formen annehmen. Dazu zählen körperliche, psychische und sexuelle Übergriffe innerhalb von Partnerschaften oder Familien. Sie tritt in allen gesellschaftlichen Schichten auf und verursacht neben erheblichem menschlichem Leid auch hohe gesellschaftliche Folgekosten. Besonders belastend ist die Situation für Kinder, die in von Gewalt geprägten Familien aufwachsen. Selbst wenn sie nicht unmittelbar Opfer der Gewalt werden, sind sie den Folgen häufig ausgesetzt. Deshalb richten die Handlungsempfehlungen einen besonderen Fokus auf mögliche Belastungen und Gefährdungen von Kindern.

Die Mitglieder des Arbeitskreises sind sich einig: Häusliche Gewalt ist stets ein gewichtiger Hinweis auf eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls. Immer wieder kommt es bei Gewaltvorfällen vor, dass die gemeinsamen Kinder benutzt werden, um Macht und Kontrolle weiter zum Beispiel über die Mutter auszuüben. Hier sind sich alle Beteiligten einig, dass das schädigend für das kindliche Wohl und gefährlich für die Sicherheit der Mutter und Kinder sein kann. So kommen die Beteiligten überein, dass der Umstand von Häuslicher Gewalt bei der Prüfung von Umgangsregelungen und Umgangskontakten berücksichtigt werden muss.

An der Erarbeitung der Handlungsempfehlungen waren zahlreiche Fachstellen beteiligt. Mitgewirkt haben das Frauenhaus Ingolstadt, die Erziehungsberatungsstelle der Caritas und Diakonie, die Täterberatungsstelle Ingolstadt (MIM) und die Gleichstellungsstelle zusammen mit der Beratung des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Ingolstadt, des Familiengerichtes Ingolstadt, der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, der Polizeiinspektion Ingolstadt, Wirbelwind e. V., örtliche Verfahrensbeistände und örtliche Rechtsvertretungen. 

Pressestelle Stadt Ingolstadt/Foto: Betz

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