Traditioneller Nachtwarnstreik bei Audi bildet Auftakt zur Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie in Ingolstadt
Mit einem kraftvollen Warnstreik haben in der Nacht von Montag auf Dienstag rund 3.000 Beschäftigte der Dauernachtschicht von Audi sowie Beschäftigte des Güterverkehrszentrums in Ingolstadt ihren Forderungen in der Tarifbewegung 2026 der Metall- und Elektroindustrie Nachdruck verliehen. Die Beschäftigten senden damit ein deutliches Signal an die Arbeitgeber: Sie erwarten ein verhandlungsfähiges Angebot, das ihre Leistung anerkennt, ihre Kaufkraft stärkt und die Zukunft der Arbeitsplätze sichert.
Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Horst Ott, machte deutlich, dass es aktuell um weit mehr als eine vernünftige Forderung geht: „Manche in den Unternehmen und in der Politik reden respektlos über die Beschäftigten. Sie würden zu wenig arbeiten, seien zu faul, zu oft krank und zu teuer. Deshalb geht es in dieser Tarifrunde um mehr als fünf Prozent. In dieser Tarifrunde holen wir uns den Respekt zurück.“ Im Mittelpunkt der Forderungen der IG Metall stehen 5 Prozent mehr Entgelt, eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen sowie 110 Euro mehr Ausbildungsvergütung. Zudem fordert die IG Metall die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten sowie eine erfolgsabhängige tarifliche Gewinnbeteiligung.
Carlos Gil, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Ingolstadt, erklärte: „Die Beschäftigten hier auf dem Platz sorgen jede Nacht mit ihrer Arbeit für den Erfolg des Unternehmens. Statt einer Anerkennung sollen alle nun Reallohnverluste hinnehmen. Das ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll. Mit unserem Warnstreik machen wir deutlich: Die Menschen erwarten ein faires Angebot, das ihre Leistung anerkennt sowie Kaufkraft und Zukunft sichert.“
Karola Frank, Vorsitzende der IG Metall Vertrauenskörperleitung und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Audi Ingolstadt, ergänzt: Wir kämpfen nicht für Luxus. Wir kämpfen darum, dass man von guter Arbeit auch gut leben kann. Grundlage hierfür sind tarifliche Antworten zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in Deutschland und anständige Löhne. Das ist fair. Das ist vernünftig.“
Die hohe Beteiligung am Nachtwarnstreik zeigt die Entschlossenheit der Metallerinnen und Metaller. Mit ihrer Aktion unterstützen sie die IG Metall bei den laufenden Tarifverhandlungen und erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber, in der nächsten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen. „Die Stimmung in den Betrieben ist eindeutig. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es Lösungen, die Beschäftigung sichern und den Menschen Perspektiven geben. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten Bewegung am Verhandlungstisch. Sollte es kein tragfähiges Angebot geben, sind wir bereit, den Druck weiter zu erhöhen“, so Carlos Gil.
Pressefoto der IG Metall Ingolstadt
Fotograf: Markus Bachmeier
Pressemitteilung AUDI AG
