Der Tölpel

Kommentar

Wie Gernot Döllner die Audi-Freunde gegen sich aufbringt

“Deshalb kaufe ich keine Autos mehr aus der VW-Gruppe.” “Deutsche AutokäuferInnen sollten Audi ab sofort boykottieren.” “Meine Lieblingsautomarke werde ich nie wieder fahren…So eklig ist dieses Anbiedern.”

Die Empörung unter den Audi-Besitzern ist groß. Döllner, der Vorstandsvorsitzende von Audi, ist in der heißen Phase des amerikanischen Wahlkampfes an der Seite von Donald Trump aufgetreten und hat verkündet, dass Audi ein Werk in den Vereinigten Staaten bauen wird. Es geht dabei nicht darum, dass Audi dieses Werk errichten will. Auch andere europäische Autohersteller haben Werke in den Vereinigten Staaten und sparen damit jetzt Zölle. Es geht darum, dass Döllner mit dieser Ankündigung an der Seite von Trump und durch sein höchstpersönliches Auftreten massiv Wahlkampfhilfe für Trump leistet. Das ist nicht nur ein tölpelhaftes Verhalten des Audi-Chefs (dessen bekannter Eitelkeit es wohl schmeichelt, hier an der Seite des Präsidenten wahrgenommen zu werden). Das ist ein klarer Verstoß gegen den firmeninternen Verhaltenskodex. Die Richtlinien von Audi sehen Neutralität im politischen Kontakt vor. Wörtlich heißt es dazu: “Um diesen Grundsatz zu respektieren, werden in den letzten drei Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine mit zur Wahl stehenden Parteien/Politiker.. mehr durchgeführt.” Gegen diese Bestimmung der Verhaltensrichtlinie hat der oberste Audianer ganz klar verstoßen. Unter normalen Umständen müsste es ihm den Kopf kosten. Bleibt abzuwarten, wie die Porsches und Piechs, die bei VW und damit bei Audi das Sagen haben, reagieren werden. Die wollen ja das Werk in Neckarsulm schließen. Jetzt ein neues Werk in den USA errichten? Früher nannte man solche Leute “vaterlandslose Gesellen”. Döllner jedenfalls hat mit seinem Auftritt Audi massiv geschadet.

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