Gänsehaut im Liebfrauenmünster: EXCELSIS feiert Premiere

Licht, Klang und gotische Architektur sorgen beim Auftakt für einen völlig neuen Blick auf das Ingolstädter Wahrzeichen

Gestern Abend zeigte sich das Liebfrauenmünster von einer Seite, die selbst viele Ingolstädter so noch nicht erlebt haben. Beim Auftakt von „EXCELSIS“ durften geladene Gäste erstmals die neue Licht- und Klanginszenierung erleben. Christopher Britt von der Ingolstädter Eventagentur Luminous begrüßte die Gäste und eröffnete damit die erste Aufführung.

Dann beginnt die rund 30-minütige Reise durch Licht und Klang. Projektionen legen sich über Säulen und Gewölbe, verändern Formen und lassen die gotische Architektur immer wieder anders erscheinen. Mal wird das Münster fast vollständig in Schwarz und Weiß dargestellt, dann verwandelt sich der Kirchenraum in ein intensives Farbenspiel, das an riesige Bleiglasfenster erinnert. Dazu füllt ein speziell abgestimmtes Sounddesign den Raum. Licht und Musik greifen ineinander – und spätestens bei den besonders eindrucksvollen Bildern stellt sich auch beim Publikum der eine oder andere Gänsehautmoment ein.

Dass hinter diesen Bildern ein erheblicher technischer Aufwand steckt, wird schnell deutlich. Insgesamt 21 Projektoren kommen zum Einsatz. Das Innere des Münsters wurde zuvor digital erfasst, damit die Projektionen exakt auf Säulen, Bögen und Gewölbe abgestimmt werden konnten. Für das 3D-Mapping ist MP-STUDIO aus Bulgarien verantwortlich. Das Studio hat nach Angaben der Veranstalter in 18 Jahren mehr als 1.000 audiovisuelle Projekte in über 30 Ländern umgesetzt. Für den passenden Klang sorgt das Ingolstädter Unternehmen SHOWEM.

Doch EXCELSIS will nicht nur mit Technik und spektakulären Bildern beeindrucken. Im Mittelpunkt bleibt das Liebfrauenmünster selbst. Pfarrer Bernhard Oswald sieht in der Inszenierung die Möglichkeit, den Besuchern die Schönheit des Gotteshauses und der darin enthaltenen Kunst noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen. Vielleicht, so der Gedanke dahinter, entsteht dabei auch eine Ahnung von der Bedeutung, die dieser Ort über seine beeindruckende Architektur hinaus hat. Die moderne Lichtkunst soll den Blick also nicht vom Münster wegführen, sondern gerade auf seine Besonderheiten lenken.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Projekts spielte Diakon Michael Neufanger. Er war das Bindeglied zwischen der Luminous Eventagentur und der Kirchenstiftung, nahm die Idee früh auf und koordinierte die Zusammenarbeit. Hinter EXCELSIS stehen Diego Richter, Christopher Britt und Klaus Richter von Luminous. Rund zwei Jahre dauerte es von der Idee bis zur ersten Aufführung. Unterstützt wird das Projekt von den Stadtwerken Ingolstadt als Presenting Partner, vertreten durch Geschäftsführer Matthias Bolle. Kooperationspartner sind die Kirchenstiftung Liebfrauenmünster und das Pfarrteam des Münsters.

Pro Vorstellung können rund 350 Besucher Platz nehmen. Eine Show dauert etwa 30 Minuten, der Einlass beginnt jeweils rund 15 Minuten vor Beginn. Die ersten Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Bis Dezember stehen zahlreiche weitere Termine auf dem Programm.

Und wenn am Ende das Licht wieder angeht, ist das Münster wieder das, was es vorher war. Nur der Blick darauf dürfte sich bei vielen Besuchern verändert haben. Denn EXCELSIS macht aus dem Liebfrauenmünster keine beliebige Projektionsfläche. Die Inszenierung nutzt seine Architektur, seine Höhe und seine besonderen Formen und macht sie selbst zum Teil des Erlebnisses.

Wer gestern Abend dabei war, hat deshalb nicht einfach eine Lichtshow gesehen. Er hat das Liebfrauenmünster für eine halbe Stunde neu entdeckt.


Mehr dazu: EXCELSIS

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