Historisches Festungswerk soll behutsam aufgewertet und stärker zugänglich gemacht werden
Die UWG-Stadtratsfraktion und die FDP-Stadtratsgruppe wollen die sogenannte Wunderlkasematte stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. In einem gemeinsamen Antrag an Oberbürgermeister Dr. Michael Kern fordern sie ein Konzept für eine behutsame Aufwertung und kulturelle Nutzung des historischen Festungswerks.
Im Mittelpunkt stehen dabei drei Vorschläge. Zum einen soll geprüft werden, ob der Ingolstädter Künstler Markus Jordan Teile der Anlage künftig für sein Kunstlabor nutzen kann. Sein bisheriges „Frankenstein-Labor“ im Zeughaus des Neuen Schlosses musste nach Angaben der Antragsteller aufgegeben werden. Die historischen Tonnengewölbe sowie ein Raum im Viereckturm könnten nach ihren Vorstellungen eine neue Heimat für das Projekt bieten.
Dabei soll die historische Bausubstanz möglichst unangetastet bleiben. Die Stadtverwaltung soll gemeinsam mit dem Künstler prüfen, welche räumlichen, denkmalrechtlichen, sicherheitstechnischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssten.
Wehrgang für Führungen öffnen
Darüber hinaus wollen UWG und FDP den bislang gesperrten historischen Wehrgang zumindest zeitweise für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Vorgesehen sind fachkundig begleitete Führungen, beispielsweise zum Tag des offenen Denkmals, beim Ingolstädter Festungstag oder bei weiteren stadtgeschichtlichen Veranstaltungen.
Eine dauerhafte Öffnung des Wehrgangs wird im Antrag ausdrücklich nicht gefordert. Zunächst sollen der bauliche Zustand, die Verkehrssicherheit und die Anforderungen des Denkmalschutzes geprüft werden.
Blick auf das Festungsjubiläum 2028
Als weiteren Anlass nennt der Antrag das Jahr 2028. Dann jährt sich nach Angaben der Fraktionen zum 200. Mal der Beginn des neuzeitlichen Festungsbaus in Ingolstadt. Bis dahin sollen notwendige Maßnahmen zur Sicherung, Pflege und möglichen Nutzbarmachung der Anlage geprüft und möglichst umgesetzt werden.
Die Antragsteller betonen, dass es ihnen nicht um eine umfassende Modernisierung gehe. Vielmehr solle der historische und ursprüngliche Charakter der Wunderlkasematte erhalten bleiben. Durch die Verbindung von Kunst, Geschichte und gelegentlichen Führungen könne die bislang wenig bekannte Anlage stärker in das kulturelle Leben der Stadt eingebunden werden.
Ob die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden, muss nun von der Stadtverwaltung geprüft und anschließend politisch beraten werden. (sh)
Quelle UWG/FDP
