Fraktion beantragt Befragung von Standbetreibern und Besuchern sowie eine Bilanz der bisherigen Neukonzeption
Wie soll sich der Viktualienmarkt künftig entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Antrag der FREIE WÄHLER Stadtratsfraktion an Oberbürgermeister Dr. Michael Kern. Die Fraktion fordert zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme und möchte dabei insbesondere die Menschen einbeziehen, die den Markt täglich erleben: die Standbetreiber und die Besucher.
Geplant ist eine strukturierte Befragung zu verschiedenen Bereichen. Dazu gehören unter anderem die Qualität und Vielfalt des Angebots, die Gründe und Häufigkeit der Besuche, Aufenthaltsqualität und Gestaltung sowie Sauberkeit, Ordnung und Sicherheitsgefühl. Auch Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Öffnungszeiten sollen betrachtet werden.
Die Standbetreiber sollen zusätzlich zu ihren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Vermietung, bestehenden Leerständen, Besucherfrequenzen und Problemen im laufenden Betrieb befragt werden. Verbesserungsvorschläge sollen ebenfalls aufgenommen werden. Die Ergebnisse sollen anschließend dem Stadtrat als Grundlage für die weitere Planung vorgelegt werden.
Was wurde aus der bisherigen Neukonzeption?
Einen weiteren Schwerpunkt des Antrags bildet die Frage, wie weit die bereits angekündigte Neukonzeption des Viktualienmarkts umgesetzt wurde. Die Verwaltung soll nach dem Willen der FREIEN WÄHLER die bestehenden Leerstände erfassen und darlegen, wie lange die jeweiligen Verkaufsflächen bereits nicht oder nicht dauerhaft genutzt werden und welche Gründe einer Neuvermietung entgegenstehen.
Gleichzeitig soll die Verwaltung die bisherigen Planungen mit dem aktuellen Stand abgleichen. Konkret genannt werden unter anderem die Treppenanlage, Aufenthaltsflächen und Möblierung, kulturelle Nutzungen und eine Kulturbühne, Begrünung sowie eine Erweiterung des Angebots.
Gesamtkonzept für die weitere Entwicklung
Auf Grundlage der Ergebnisse aus Befragung und Bestandsaufnahme sollen Stadtverwaltung und IFG ein Gesamtkonzept erarbeiten. Dieses soll unter anderem die künftige Nutzung und Standbelegung, die Gestaltung sowie Aufenthaltsqualität, Sauberkeit und Sicherheit berücksichtigen.
Für frei werdende Verkaufsflächen wünschen sich die FREIEN WÄHLER zudem ein nachvollziehbares Nutzungskonzept. Ein attraktiver und sich ergänzender Angebotsmix solle dabei sowohl die Wünsche der Besucher als auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Standbetreiber berücksichtigen.
Auch das Thema Sicherheit nimmt im Antrag Raum ein. Die Verwaltung soll über Erkenntnisse zu Ordnungsstörungen und Vermüllung berichten. Zudem sollen Hinweise von Standbetreibern und Besuchern auf wahrgenommenen offenen Drogenhandel oder Drogenkonsum überprüft werden. Als mögliche Maßnahmen nennt die Fraktion unter anderem Reinigung, Beleuchtung, regelmäßige Kontrollen, den Kommunalen Ordnungsdienst und eine engere Abstimmung mit der Polizei.
Am Ende soll ein verbindlicher Maßnahmen- und Zeitplan stehen. Damit wollen die FREIEN WÄHLER die weitere Entwicklung des Viktualienmarkts nachvollziehbar und überprüfbar machen.
Die Fraktion begründet ihren Antrag mit der Bedeutung des Viktualienmarkts als zentralem Ort der Innenstadt. Dieser solle zum Verweilen einladen und zugleich den Standbetreibern wirtschaftliche Perspektiven bieten. Nach Ansicht der FREIEN WÄHLER sollen deshalb zunächst die Erfahrungen und Bedürfnisse derjenigen erfasst werden, die den Markt nutzen oder dort arbeiten.(sh)
Quelle FW Ingolstadt
