Mit Respekt ins Amt

Franz Sedlmeier über seine Ziele als Erster Bürgermeister von Baar-Ebenhausen

Mit Franz Sedlmeier beginnt in Baar-Ebenhausen eine neue Ära. Nach 16 Jahren unter Bürgermeister Ludwig Wayand übernimmt er eine dynamisch entwickelte Gemeinde. Verkehrsanbindung, wachsende Wohngebiete, Wirtschaftsstandort und GSB, Hochwasserschutz und die Weiterentwicklung der Ortsteile werden die kommenden Jahre prägen. Für den Bürgermeister geht es darum, Bewährtes fortzuführen, eigene Schwerpunkte zu setzen und die Gemeinde fit für die Zukunft zu machen.

Das Wahlergebnis hat Sedlmeier gefreut und zugleich motiviert. Mit der Wahl beginne eine Aufgabe: Verantwortung für die gesamte Gemeinde zu übernehmen. Seine Erfahrung helfe ihm dabei. Gleichzeitig gehe er das Amt „mit Respekt“ an. An seinen Vorgänger richtet Sedlmeier anerkennende Worte. Wayand habe Baar-Ebenhausen mit Erfahrung, Ausdauer und persönlichem Einsatz geprägt. Daran wolle er bei Infrastruktur und Lebensqualität anknüpfen. Eigene Akzente sieht er im offenen Austausch mit der Bürgerschaft: früh zuhören, transparent informieren und Menschen einbinden.

Wachstum betrachtet Sedlmeier als Chance, allerdings nicht um jeden Preis. Neue Einwohner, Arbeitsplätze und Kaufkraft seien willkommen, doch Wohnen, Verkehr, Kinderbetreuung, Schule und technische Infrastruktur müssten mitwachsen. „Wachstum darf kein Selbstzweck sein“, betont er. Beide Ortsteile sollen profitieren; gewachsene Strukturen und das Miteinander gelte es zu bewahren.

Ein besonders sensibles Thema bleibt die GSB. Sedlmeier sieht sie als wichtigen Arbeitgeber und Einrichtung von Bedeutung für ganz Bayern. Sorgen der Bevölkerung seien angesichts möglicher Risiken verständlich. Von Betreiber und Freistaat erwartet er Transparenz, Kontrolle und Sicherheits- und Umweltstandards. Vertrauen entstehe durch Kommunikation „auf Augenhöhe“.

Auch bei der Mobilität will der Rathauschef breiter denken. Bahnhof, Bundesstraße und A9 seien Standortvorteile, zugleich belasteten Pendlerverkehr und Engstellen den Alltag. Sicherere Fuß- und Radwege, besserer öffentlicher Nahverkehr und ein erreichbarer Bahnhof gehören für ihn ebenso dazu wie die Bedürfnisse jener, die auf das Auto angewiesen sind.

Baar, Ebenhausen und Ebenhausen Werk haben Identitäten. Sedlmeier möchte Investitionen und Angebote fair verteilen und Entwicklungen abstimmen. Begegnungen, Vereine, Spiel- und Sportmöglichkeiten seien entscheidend: Gemeinschaft entstehe nicht allein durch Beschlüsse im Rathaus, sondern im täglichen Miteinander. Hochwasser- und Klimaschutz zählen für ihn zu den Zukunftsaufgaben. Extreme Wetterereignisse der letzten Monate und Jahre zeigten, dass Vorsorge wichtiger werde. Konzepte müssten geprüft, Risiken erfasst und Entwässerungswege gesichert werden. Vorsorgende Bauleitplanung sowie Zusammenarbeit mit Fachbehörden, Landwirten und Grundstückseigentümern seien notwendig.

Bei knappen Finanzen will Sedlmeier priorisieren. Kinderbetreuung, Bildung, Sicherheit, Infrastruktur sowie Hochwasser- und Starkregenschutz stehen oben. Vereine und Ehrenamt sollen verlässlich unterstützt werden. Nicht alles könne gleichzeitig umgesetzt werden; Entscheidungen müssten nachvollziehbar sein.

Das Ehrenamt ist für Sedlmeier das „Herzstück unseres Gemeindelebens“. Feuerwehr, Sport, Kultur, Brauchtum und Jugendarbeit prägten die Gemeinde. Das Rathaus soll ein verlässlicher Partner sein, mit kurzen Wegen und bedarfsgerechter Unterstützung.

Am Ende nennt Sedlmeier drei Maßstäbe an denen er sich messen lassen will: besserer Hochwasser- und Klimaschutz, ausgewogene Ortsentwicklung und stärkeres Miteinander. Er möchte als Bürgermeister in Erinnerung bleiben, der zugehört und die Gemeinde vorangebracht hat. Ausgleich findet er bei Familie, Landwirtschaft und Jagd. Sein Credo: Baar-Ebenhausen soll gut aufgestellt, lebenswert und für alle Generationen ein Ort bleiben, an dem die Menschen „dahoam“ sind. (ULi)

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