Dass eine Ausbildung im Bauhandwerk der Beginn einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn sein kann, machte Michael Binder, Obermeister der Bauinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen, anhand seiner eigenen Erfahrungen deutlich. Wenn er auf seine nahezu 45 Jahre im Bauhandwerk zurückblicke, werde ihm immer wieder bewusst, welche Entwicklungsmöglichkeiten dieser Beruf biete – von der Ausbildung über den Meistertitel bis hin zum eigenen Unternehmen.
„Euch stehen alle Möglichkeiten offen. Nutzt sie!“, ermutigte Binder die jungen Leute. Besonders wichtig sei es, während der Ausbildung neugierig zu bleiben, Eigeninitiative zu zeigen und von der Erfahrung der älteren Kollegen zu profitieren. „Fragt eure Kollegen, Gesellen, Poliere und Ausbilder ein Loch in den Bauch“, gab er den Nachwuchskräften mit auf den Weg.
Binder zeigte sich erfreut über jeden jungen Menschen, der sich für das Bauhandwerk entscheidet, seine Ausbildung erfolgreich abschließt und der Branche langfristig treu bleibt. Während sich die Industrie bei der Einstellung von Auszubildenden derzeit teilweise zurückhalte, ergebe sich für die Handwerksbetriebe die Chance, verstärkt junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen.
Mit Engagement und Neugier durch die Ausbildung
Auch Georg Krojer jun., stellvertretender Obermeister der Bauinnung Freising-Erding, richtete motivierende Worte an die neuen Auszubildenden. Er erinnerte sich dabei an seine eigene Ausbildungszeit, während der er selbst in den Werkstätten des Bildungszentrums Ingolstadt gelernt hatte.
Sein Rat an die Nachwuchshandwerker: Auf die erfahrenen Fachkräfte im Betrieb und im Bildungszentrum hören, Fragen stellen und sich von Anfang an Mühe geben. Dabei verwies Krojer auch auf die neue Ausbildungsverordnung, die seit dem 1. August 2026 gilt. Eine wesentliche Änderung betrifft die Prüfungen in den dreijährigen Bauberufen: Die bisherige Zwischenprüfung wird durch den ersten Teil der gestreckten Gesellenprüfung ersetzt, dessen Ergebnis bereits mit 40 Prozent in die Gesamtnote einfließt. Auch das ordnungsgemäß geführte Berichtsheft sei wichtig, da es zu den Voraussetzungen für die Prüfungszulassung gehört. Umso entscheidender sei es, die Ausbildung vom ersten Tag an ernst zu nehmen und kontinuierlich am Ball zu bleiben.
Mehr als nur ein Beruf
Gemeinsam mit Alexandra Blazic, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ingolstadt-Pfaffenhofen, überreichten die Vertreter der Bauinnungen und Martina Bier die Pullover an die 56 Auszubildenden.
Dabei wurde deutlich, dass die Aktion weit mehr als eine reine Geschenkübergabe sein sollte. Alle Beteiligten unterstrichen, wie sinnstiftend und wertvoll die Arbeit im Bauhandwerk ist. Wer auf einer Baustelle mit anpackt, schafft etwas Bleibendes, gestaltet seine Heimat aktiv mit und trägt Verantwortung für die Qualität seiner Arbeit.
Gleichzeitig repräsentieren die jungen Nachwuchskräfte mit ihrem Auftreten und ihrem Engagement auch das Bauhandwerk als Ganzes. Darauf dürfen sie stolz sein.
Mit ihren neuen Pullovern tragen die Auszubildenden diese Botschaft nun auch nach außen: „Extrem gut gebaut“ – ein selbstbewusstes Bekenntnis zu einem Beruf mit Zukunft.
Pressestelle Kreishandwerkerschaft Ingolstadt-Pfaffenhofen
