Die Orchesterinitiative Ingolstadt lädt herzlich ein zu ihrem Herbstkonzert am Samstag, 21. 11. 2026, um 19 Uhr im Kulturzentrum neun, Elisabethstraße 9a. Das Kammerorchester, das seit seiner Gründung im Jahr 2023 bekanntere Stücke, aber auch musikalische Raritäten zu Gehör bringt, hat unter Leitung seiner Dirigentin Carolin Hauser erneut ein Programm, dieses Mal mit unterstützt durch Bläser, zusammengestellt, das reich an Überraschungen ist. Wir präsentieren Musik aus drei Jahrhunderten in vier Formaten: einen Tanz, ein Solokonzert, ein Divertimento und eine Sinfonie.
Einen Konzertabend mit Sibelius‘ (1865-1957) „Valse triste“, also einer Komposition traurigen, zumindest melancholischen Charakters zu beginnen – wer kommt denn auf diese Idee? Nun ja, möchte man beim Hören der ersten Takte denken, der Herbst ist weit fortgeschritten, es wird früh dunkel, und Novembernebel wabert eben auch durch diese Musik. Aber dann die große Überraschung: ‚Valse‘ ist die Gattungsbezeichnung für einen Konzertwalzer, und so kommt hier plötzlich jahreszeitlich scheinbar ganz unzeitgemäße, schwungvolle Walzermusik im Dreivierteltakt zum Erklingen, also kein Naturbild mehr, sondern eine Einladung zur Walzersaison – bis das Stück dann tatsächlich wieder im Pianissimo der Anfangstakte verlöscht.
Solistischer Höhepunkt des Abends ist das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 G-Dur von Carl Stamitz (1745-1801), dessen Solopart die Ingolstädter Cellistin Andrea Riemer übernimmt. Das von Stamitz geschriebene Cellokonzert bietet alles, was man sich von einem Stück für Solo und Orchester nur wünschen kann: markante Themen und schwungvolle Tutti im Kopfsatz, einen schwelgerisch-versonnenen Mittelsatz mit wunderbaren Cello-Cantilenen zum Dahinschmelzen und ein Rondo als munterer ‚Kehraus‘ am Schluss.
Von den Salzburger Divertimenti, virtuoser Unterhaltungsmusik, die der erst 16-jährige Mozart (1756-1791) nach der Rückkehr von einer Italienreise für den Hof des Salzburger Erzbischofs schrieb, hat die Ingolstädter Orchesterinitiative schon die beiden ersten aufgeführt. Nun beschließen wir diese Serie mit dem letzten der drei in F-Dur, das seinen beiden Vorgängern, was kompositorischen Einfallsreichtum, Empfindungstiefe und musikalischen Witz betrifft, in nichts nachsteht. Damit dürften wir übrigens das erste Ingolstädter Orchester sein, das diese kleine Werkreihe en suite – d.h. in drei aufeinander folgenden Konzerten – zur Aufführung bringt.
Eine Premiere war sie auch für den Komponisten selbst: Joseph Haydns (1732-1809) Symphonie Nr. 1 D-Dur, die der bereits etablierte Komponist vermutlich im Jahr 1759 zu Papier brachte. An Einfällen mangelte es ihm nicht: Schon der erste Satz bringt in rascher Folge nicht weniger als fünf Themen! Eine „Sinfonie mit Ohrwurmcharakter“, befand ein begeisterter Hörer. Wir sind gespannt, was Sie sagen!
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Orchesterinitiative Ingolstadt
