Auf rund 90 Quadratmetern verbindet Thomas Prochnow geometrische Formen mit kräftigen Farben. Sein Fassadengemälde in der Sebastianstraße 7 bringt das Landmarks-Projekt erstmals in die Ingolstädter Altstadt.
Am Sonntag, 11. Oktober, wurde das zwölfte Werk der Reihe offiziell übergeben. Gerade im grauen Regenwetter kamen die Farben besonders zur Geltung. Sie ließen das Haus freundlicher wirken und brachten Farbe in den trüben Sonntag. Mit Unterstützung der Stadt Ingolstadt konnte erstmals eine Landmarks-Wand innerhalb der historischen Stadtmauer gestaltet werden.
Über die Fassade ziehen sich Dreiecke, kantige Bänder und rechteckige Flächen. Blau- und Türkistöne treffen auf Gelb, Orange, Rot und Violett. Schwarze Elemente setzen markante Kontraste. Die Formen überlagern sich und erzeugen räumliche Tiefe. Das Werk greift die Konkrete Kunst auf: Diese arbeitet mit Formen, Flächen und Farben, ohne erkennbare Gegenstände abbilden zu müssen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Museum für Konkrete Kunst und Design wird diese eng mit Ingolstadt verbundene Kunstrichtung auch auf der Straße erlebbar.



Prochnow stammt aus Gera und hat seine Wurzeln in der dortigen Graffiti-Szene. Er studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und war anschließend Meisterschüler von Christian Sery. Heute lebt und arbeitet er in Gera und Berlin. Künstlerische Unterstützung erhielt er von Daniel „Malun“ Lange, dem künstlerischen Leiter des Landmarks-Projekts, der selbst an der Wand mitarbeitete. Während der Entstehung konnten Passanten den beiden über die Schulter schauen.
Zur Übergabe kamen auch langjährige Beteiligte des Projekts: Stefan Moser, ehemaliger Geschäftsführer des Stadtjugendrings und Bianca Stein, Marketingleiterin der GWG. Den Stadtjugendring vertrat Alexander Angermann, kommunaler Jugendpfleger und Leiter des Bereichs Offene Kinder- und Jugendarbeit. Außerdem waren Gerhard Necker, stellvertretender Vorsitzender der HIJK-Stiftung, und Theres Rohde, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst und Design, dabei.



Das Landmarks-Projekt tragen der Stadtjugendring und die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt gemeinsam. Die GWG stellte die Fassade zur Verfügung; die HIJK-Stiftung, die junge Konkrete Kunst fördert, finanzierte die Umsetzung. Auch die Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt und Baulift unterstützen das Landmarks-Projekt seit Beginn.
Für die GWG wertet die Fassadenkunst die Wohnquartiere auf und stärkt die Verbindung der Bewohner zu ihren Häusern. Der Stadtjugendring möchte zugleich Graffiti und Urban Art als eigenständige Kunstformen anerkennen und jungen Menschen zeigen, welche künstlerischen und beruflichen Wege daraus entstehen können. Die Werke sind dort zu sehen, wo Menschen wohnen und täglich unterwegs sind – ohne Eintritt und ohne Öffnungszeiten.
