70 Jahre Pionierschule: Jubiläum mitten in Ingolstadt

Mit einem feierlichen Appell auf dem Rathausplatz hat die Pionierschule am Mittwoch ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 125 geladene Gäste und zahlreiche Bürger verfolgten die Zeremonie. Anschließend zogen die Soldaten durch die Innenstadt. Am Abend bildete eine Serenade bei Fackelschein den Abschluss des Jubiläumstages.

Militärische Kommandos, Musik und zahlreiche Soldaten prägten am Mittwochnachmittag das Bild auf dem Rathausplatz. Die Pionierschule der Bundeswehr feierte dort ihr 70-jähriges Bestehen – bewusst mitten in Ingolstadt und vor den Augen der Bevölkerung.

Neben rund 125 geladenen Gästen aus Bundeswehr, Politik und Gesellschaft kamen zahlreiche Bürger auf den Rathausplatz. Zu den Gästen gehörten unter anderem Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Michael Kern.

Die Pionierschule wurde 1956 in München gegründet und 2009 nach Ingolstadt verlegt. Heute ist sie die zentrale Ausbildungseinrichtung für die Pioniertruppe des Deutschen Heeres und für Spezialpioniere. Rund 2.500 Lehrgangsteilnehmer werden hier jährlich ausgebildet, insgesamt bietet die Schule 145 verschiedene Lehrgänge an. Auch Soldaten befreundeter Streitkräfte kommen zur Ausbildung nach Ingolstadt.

Herrmann bezeichnete die Pionierschule in seiner Rede als international bedeutendes Kompetenzzentrum und wichtigen Treffpunkt für Partner aus aller Welt. Sie leiste einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands und seiner Bündnispartner. Die Pioniere der Bundeswehr seien seit 70 Jahren in Bayern zuhause – zunächst in München und heute in Ingolstadt.

Dabei griff der Innenminister auch auf, was es bedeute, ein Pionier zu sein: auf Erfahrungen aufzubauen, Mut zu haben, neue Wege zu gehen und sich scheinbar unüberwindbaren Problemen und Herausforderungen zu stellen und dafür Lösungen zu finden. Solche Fähigkeiten seien heute mehr denn je gefragt.

Einen großen Teil seiner Rede widmete Herrmann der aktuellen Sicherheitslage. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die Rahmenbedingungen für Deutschland und die Bundeswehr grundlegend verändert. Die Streitkräfte müssten personell, materiell und organisatorisch so aufgestellt sein, dass sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen könnten. Landes- und Bündnisverteidigung stünden wieder im Zentrum.

Deutschland wolle niemals ein anderes Land angreifen, betonte Herrmann. Gleichzeitig müsse die Bundeswehr wieder so verteidigungsfähig sein, dass andere gar nicht erst auf die Idee kämen, Deutschland anzugreifen. Auch die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit würden zunehmend verschwimmen. Staatliche Akteure versuchten, Gesellschaften zu destabilisieren, den Zusammenhalt zu schwächen und Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung zu nehmen. Die Antwort darauf müsse eine starke und widerstandsfähige Demokratie sein. Eine wichtige Stütze dafür sei die Bundeswehr.

Auch Generalmajor Olaf Rohde machte beim Appell deutlich, warum die Jubiläumsveranstaltung öffentlich mitten in Ingolstadt stattfand. „Die Bedrohung ist real“, sagte er mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage.

Herrmann dankte den Soldaten für ihren Dienst und den Verantwortlichen der Pionierschule für die Ausbildung. Bayern sei stolz auf seine Bundeswehrstandorte und werde sich weiterhin für eine bessere Ausstattung und Ausrüstung der Streitkräfte einsetzen.

Nach den Reden und dem militärischen Zeremoniell zogen die Soldaten geschlossen durch die Ingolstädter Innenstadt. Zahlreiche Passanten konnten den Marsch durch die Fußgängerzone verfolgen.

Am Abend stand der Rathausplatz erneut im Zeichen des Jubiläums. Bei einer festlichen Serenade mit Fackelschein fand der Tag zum 70-jährigen Bestehen der Pionierschule seinen feierlichen Abschluss.

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