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Glosse – Sie sind überall

Auf Straßen, Gehwegen und Feldwegen – Ingolstadts E-Scooter haben offenbar nur eine Regel: Hauptsache irgendwo.

Es gibt Dinge, die scheinen sich über Nacht zu vermehren. E-Scooter gehören eindeutig dazu.

Sie stehen vorne, hinten, kreuz und quer. Sie liegen auf Gehwegen, manchmal sogar auf der Straße, versperren Wege und warten an den erstaunlichsten Stellen auf ihren nächsten Fahrer. Wer zu Fuß unterwegs ist, bekommt den Slalomkurs gratis dazu.

Gefahren wird ebenfalls ausgesprochen vielseitig: auf Straßen, Radwegen, Gehwegen und Feldwegen. Hauptsache, der Scooter rollt. Rücksichtnahme scheint dabei für so manchen Fahrer ein Fremdwort zu sein. Fußgänger im Weg? Dann wird eben vorbeigeflitzt. Dass der Gehweg eigentlich den Fußgängern gehört, ist offenbar ein Detail, das sich noch nicht überall herumgesprochen hat.

Auch bei der Personenzahl scheint es unterschiedliche Interpretationen zu geben. Einer auf dem Scooter? Fast schon langweilig. Zwei sieht man häufiger. Drei wird sportlich. Und manchmal hat man den Eindruck, der kleine Roller sei weniger Verkehrsmittel als Mannschaftsbus.

Besonders praktisch wird es nach der Fahrt: Scooter abstellen. Wo genau? Nun ja – offenbar dort, wo gerade Schluss war. Mitten auf dem Gehweg macht er schließlich genauso gut Pause wie am Rand.

Für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl wird aus dem Weg dann schnell ein Hindernislauf.

Dabei könnten E-Scooter tatsächlich eine praktische Sache sein. Man müsste sie nur vernünftig fahren, ein bisschen Rücksicht nehmen und sie danach so abstellen, dass andere noch vorbeikommen.

Aber das wäre vermutlich zu einfach.

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