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Vielfalt als Stärke

Josef Grienberger über Bilanz, neue Ziele und die Zukunft Eichstätts

Mit der Wiederwahl im Frühjahr 2026 haben die Eichstätterinnen und Eichstätter Josef Grienberger für weitere sechs Jahre an die Spitze ihrer Stadt gewählt. Hinter ihm liegt eine Amtszeit mit anspruchsvollen Entscheidungen, erfolgreichen Projekten und Herausforderungen, die weit über die Grenzen Eichstätts hinausreichten. Nun beginnt ein neuer Abschnitt – nicht mehr mit dem Anspruch, sich ins Amt einzuarbeiten, sondern mit dem Ziel, die Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln. Zwischen historischem Erbe, lebendiger Universitätsstadt und den Anforderungen einer modernen Kreisstadt warten zahlreiche Aufgaben auf den Oberbürgermeister.

Für Josef Grienberger ist die Wiederwahl gleichermaßen Anerkennung und Verpflichtung. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger wertet er als Bestätigung einer sachorientierten Politik – und zugleich als Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen.

Zu den größten Erfolgen seiner ersten Amtszeit zählt er die Entwicklung der Altmühlaue. Aus einer Idee der Bürgerbeteiligung sei ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen entstanden. Ebenso wichtig sind für ihn die Entscheidung für den neuen Feuerwehrhausstandort, die bevorstehende Umsetzung des Stadtbahnhofs sowie zahlreiche kleinere Projekte wie sanierte Spielplätze oder die Wiedereröffnung des Edelbachwegs. Gerade diese Maßnahmen seien für die Menschen im Alltag oft von großer Bedeutung.

Bemerkenswert reflektiert blickt Grienberger auf die vergangenen Jahre zurück. Manche Entscheidungen würde er heute anders treffen – nicht wegen schlechter Planung, sondern weil sich die Rahmenbedingungen seit 2020 grundlegend verändert hätten. Energiekrise, Klimawandel und wirtschaftliche Entwicklungen verlangten heute andere Antworten als noch vor wenigen Jahren. Veränderungen konstruktiv anzunehmen und daraus neue Lösungen zu entwickeln, gehöre deshalb zu den wichtigsten Aufgaben kommunaler Politik.

Die größte Stärke Eichstätts sieht er in der Verbindung von historischer Altstadt, Universität, Tourismus und Kreisstadt. Diese Vielfalt bringe unterschiedliche Interessen mit sich, eröffne aber zugleich große Chancen. Als Beispiel nennt er das geplante Nahwärmenetz in der Altstadt, das größte Klimaschutzprojekt der Region. Gleichzeitig sieht Grienberger keinen Widerspruch zwischen Denkmalschutz und moderner Stadtentwicklung. Die historische Kulisse sei Eichstätts größter Trumpf und bilde gemeinsam mit Kultur, Gastronomie und Veranstaltungen die Grundlage einer lebendigen Innenstadt. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität möchte er weiter ausbauen.

Beim Wohnungsbau verweist er auf neue Studentenapartments, geförderte Mietwohnungen und Baugebiete für Familien. Unternehmen versteht er als Partner der Stadt. Mit dem Gewerbegebiet Zachenäcker III seien wichtige Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung geschaffen worden.

Angesichts knapper Kassen setzt der Oberbürgermeister klare Prioritäten. Schulen, Energiewende und das neue Feuerwehrhaus hätten Vorrang. Gleichzeitig plädiert er für pragmatische Lösungen statt Perfektion. Bis zum Ende seiner Amtszeit sollen vor allem das Feuerwehrhaus, das Nahwärmenetz und das Zukunftskonzept für die Grundschulen entscheidend vorangebracht werden.

Ebenso wichtig bleibt für Grienberger der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Bürgerdialoge vor Ort seien oft wirkungsvoller als Termine im Rathaus. Transparenz und Beteiligung schafften Verständnis – auch bei schwierigen Entscheidungen.

Zum Abschluss richtet der Oberbürgermeister den Blick bewusst auf das große Ganze. Er wünsche sich, dass seine Amtszeit nicht an einzelnen Bauprojekten gemessen werde, sondern daran, dass sich Eichstätt Schritt für Schritt weiterentwickelt habe – modern, zukunftsfähig und dennoch mit seinem unverwechselbaren Charakter.

Fotos: Grienberger/Klenk

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