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Saturn am Morgenhimmel

Gastbeitrag von Peter Maier

Hobbyastronom aus Denkendorf gelingt Aufnahme des fernen Ringplaneten

Er ist mehr als eine Milliarde Kilometer von der Erde entfernt und mit 120.500 Kilometern Durchmesser fast zehnmal so groß wie unser kleiner blauer Planet: Der bekannte Ringplanet Saturn wirkt auf Fotografien aus dem Weltraum vertraut. Doch dieses Bild stammt nicht von einer Raumsonde oder dem Weltraumteleskop „Hubble“, sondern wurde von der Erde aus aufgenommen. Genauer gesagt: Am 20. September in Denkendorf mit einem mobilen 50-cm-Spiegelteleskop, das der passionierte Hobbyastronom Peter Maier (41) regelmäßig im eigenen Garten aufbaut, um die weit entfernten Welten am Nachthimmel zu beobachten und zu fotografieren.

Damit ein solches Bild mit Amateurmitteln gelingen kann, braucht es nicht nur viel Geduld und Erfahrung im Umgang mit der Ausrüstung sowie Aufnahmetechnik, sondern auch ein glückliches Zusammenspiel mehrerer äußerer Bedingungen. „Von zehn klaren Nächten gibt es vielleicht eine oder zwei, die sich für die Planetenfotografie eignen“, erklärt Maier und führt weiter aus: „Es ist wie ein Blick durch das Wasser eines Swimmingpools. Nur wenn der Pool sauber ist und keine anderen Schwimmenden das Wasser aufwühlen, kann man den Grund unverzerrt und klar sehen.“

Tatsächlich ist die Atmosphäre über Mitteleuropa nahezu in ständiger Unruhe, was den Blick ins All neben Bewölkung, Staub und zunehmender künstlicher Lichtverschmutzung in unserer Region erheblich stört. Daher kommt es für den Astrofotografen darauf an, die Gelegenheiten zu nutzen, die sich bieten.

Eine solche Gelegenheit nutzte Maier in den frühen Morgenstunden des 20. September, als der Ringplanet nach 2 Uhr seine maximale Höhe am Südhimmel erreichte. Ungefähr eine Stunde Aufnahmezeit am Teleskop mit speziellen Kameras und Filtern sowie die anschließende Auswertung von 80 Gigabyte Videodaten waren nötig, um am Ende das präsentierte Bild zu erhalten.

Neben den kleinen Eismonden Tethys und Enceladus überraschte Saturn den Fotografen gleich mit zwei außergewöhnlichen Besonderheiten: Zwischen den zahlreichen typischen Wolkenbändern zeigte sich ein ovales, helles Fleckchen – ein sogenanntes „White Oval“ – auf der erdzugewandten Südhalbkugel des Planeten, das ein auftretendes Sturmsystem darstellt.

Ein anderes, insbesondere für Amateuraufnahmen bemerkenswertes Phänomen im Ringsystem sind ungleichmäßig erscheinende „Schatten“ bzw. Dunkelstrukturen wie hier im geöffneten, äußeren Ringbereich (oben links im Bild). Diese sogenannten Ringspeichen (engl. „Spokes“) sollen durch elektrische Kräfte entstehen, die winzige geladene Staubteilchen des Ringsystems emporheben, wenn diese von der Sonne beleuchtet werden. Erstmals beobachtet wurden sie erst 1981 durch den nahen Vorbeiflug der Raumsonde Voyager 2.

Saturns Sichtbarkeit am Nachthimmel verbessert sich im Laufe der nächsten Tage weiter bis zum Erreichen der sogenannten Opposition am 4. Oktober, wenn Sonne, Erde und Saturn sich in nahezu einer Linie anordnen. Dann bleibt der Ringplanet die ganze Nacht hindurch bereits mit bloßem Auge als sternähnlicher Punkt beobachtbar, wobei er gegen Mitternacht etwa vier ausgestreckte Fäuste hoch über den Südhorizont ansteigt.

Wer mehr von Peter Maiers astrofotografischer Arbeit sehen möchte, besucht am besten seinen Instagram-Kanal mit dem Namen „dobsonaut“ oder die Seiten der Astronomiefreunde Ingolstadt unter www.astronomie-ingolstadt.de.

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