Neun Wände, freie Hand: Graffiti-Artists treffen sich in Ingolstadt

Am Wochenende hieß es in Ingolstadt wieder: Spraydosen raus und ran an die Wand. Bereits zum dritten Mal in der aktuellen „Season 5“ brachte das Graffiti Meeting des Stadtjugendrings regionale und überregionale Graffiti-Artists zusammen.

Organisiert wurde das Treffen erneut von Alexandra Degmaier, pädagogische Mitarbeiterin der Fronte 79, und Florian Knieling, in der Szene als „Frost.734“ bekannt. Und die beiden haben inzwischen einen Treffpunkt geschaffen, zu dem die Artists gerne nach Ingolstadt kommen.

Heiko alias @hik_munich aus München erzählte im Gespräch mit IN-direkt, dass Ingolstadt im Graffiti-Bereich aus seiner Sicht top organisiert sei und er gerade deshalb immer wieder gerne dabei sei. Die Szene fühle sich hier wohl – und Alexandra und Florian würden mit ihrer Organisation wesentlich dazu beitragen.

Artists aus Deutschland und Frankreich

Die Teilnehmer kamen diesmal aus Ingolstadt und der Region, aber auch aus Augsburg, Regensburg, München, Aschaffenburg und Leipzig. Auch aus Frankreich war ein Artist angereist.

Mit dabei waren @hik_munich, @frost_zvs, @tecoszvs_neu, @thespeedone, @evilkaneedletattoo, @resek_graff, @skaro.walls, @teak_dhc_tdn, @swaper_, @tobias.marquardt und @zomb_zvs.

Vorgaben für Motive oder Stil? Fehlanzeige. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Jeder Artist konnte seine eigenen Ideen entwickeln und seinen persönlichen Stil an die Wand bringen. Farben und Spraydosen brachten die Künstler selbst mit.

Neun Flächen – jede Menge Platz für Kreativität

Insgesamt standen neun Flächen mit jeweils 5 mal 5 Metern zur Verfügung, an denen jeweils zwei Artists gemeinsam arbeiten konnten.

Dass ein Graffiti Meeting in dieser Größenordnung stattfinden kann, ist nicht nur der Organisation, sondern auch der Unterstützung vieler Beteiligter zu verdanken. Der ESV Ingolstadt stellte die Flächen seiner Halle zur Verfügung, weitere Unterstützer sorgten unter anderem für die benötigten Gerüste.

Denn hinter dem Graffiti Meeting steckt mehr als ein Wochenende mit Spraydosen und neuen Kunstwerken. Ziel der Organisatoren ist es, die regionale und überregionale Graffiti-Szene zu vernetzen. Etablierte Künstler treffen aufeinander, gleichzeitig bekommen Newcomer die Möglichkeit, erfahrene Artists kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Dazu tragen auch die Graffiti-Workshops in der Fronte 79 bei, bei denen Interessierte erste Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren können.

Dass das Konzept ankommt, zeigt sich auch daran, dass viele Artists nicht zum ersten Mal beim Graffiti Meeting dabei sind. Inzwischen hat sich das Treffen zu einem festen Treffpunkt entwickelt, bei dem nicht nur neue Werke entstehen, sondern auch Kontakte gepflegt und neue geknüpft werden.

Und nach der letzten Spraydose war noch lange nicht Schluss: Zum gemeinsamen Ausklang traf sich die Szene am Abend wie bei den Graffiti Meetings üblich noch einmal – in diesem Jahr in der Halle Neun.

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