Uhlmann, Sengl, Buchberger, Westenthanner oder Lang – früher gehörten kleine Bäckereien ganz selbstverständlich zum Ingolstädter Stadtbild. Heute sind die Läden geschlossen, manche Scheiben beklebt oder besprüht. Geblieben sind Erinnerungen. An Brezen, Zeltl, Bärendreck – und an eine ganz bestimmte Bimmel.
Wenn ich heute vor der ehemaligen Bäckerei Uhlmann in der Kreuzstraße stehe, ist nicht mehr viel von früher übrig. Der große Schriftzug „Bäckerei Uhlmann“ hängt noch an der Fassade, doch hinter den Fenstern ist längst Schluss.
Früher war das ganz anders. Uhlmann lag auf meinem Schulweg. Und ohne Uhlmann ging nix. Die Brezen waren legendär – für mich sowieso. Und wenn noch a Fünferl da war, gab’s eine saure Zunge dazu.
Nur wenige Häuser weiter gab es mit der Bäckerei Lang noch einen weiteren Bäcker in der Kreuzstraße. Die „Pfarrbäckerei“ befand sich in der Kreuzstraße 3. Überliefert ist sogar, dass dort Hostien für das Münster und die Moritzkirche gebacken worden sein sollen. Vielleicht weiß das noch jemand genauer.
Die Zeltl vom Sengl
Beim Sengl in der Harderstraße muss ich nicht lange überlegen, was mir als Erstes einfällt: die Zeltl. Die waren einfach einzigartig.
Auch hier gibt es eine persönliche Verbindung. Mit einem der Sengl-Söhne ging ich zur Schule. Fast 95 Jahre gehörte die Bäckerei zur Stadt. An Weihnachten 2025 war dann Schluss.
Der Laden ist noch da, sogar die Aufschrift „Bäckerei · Konditorei“ hängt noch über dem Eingang. Gebacken wird dort aber nicht mehr.


Die große Breze vom Buchberger
Und dann war da Buchberger in der Kanalstraße. Wer heute vorbeikommt, sieht noch den großen Schriftzug „Altstadtbäckerei“. Darunter: beklebte und mittlerweile ziemlich besprühte Scheiben.
Früher gingen hier die großen Brezen über die Theke. Gerade auf dem Volksfest waren sie für viele ein Muss. Volksfest ohne Buchberger-Breze? Das ging eigentlich nicht.
Auch Buchberger ist mit einer persönlichen Erinnerung verbunden: Meine Mama ging mit der Buchbergerin zur Schule.
Die Bimmel beim Westenthanner
Bei Westenthanner in der Griesbadgasse gehen meine Erinnerungen noch weiter zurück. Ich bin nur ums Eck aufgewachsen.
Und an eines erinnere ich mich besonders: die Bimmel an der Ladentür. Tür auf – und schon wusste man im Laden, dass jemand kam.


Für uns Kinder war natürlich noch etwas anderes interessant: die Pfenning-Guadl. Und vor allem der Bärendreck.
Bekannt war Westenthanner auch für Hörnchen und Schnecken aus Hefeteig mit Zuckerguss. Das Rezept dafür soll gut gehütet worden sein. Irgendwann in den 1970er-Jahren schloss die Bäckerei.
Und es gab noch so viele mehr
Uhlmann, Sengl, Buchberger und Westenthanner sind natürlich nur eine kleine Auswahl. Christl, Annaberger, Haugg, Lang, Kneidl – und viele weitere Bäckereien gab es in Ingolstadt.
Fast jedes Viertel hatte seinen Bäcker. Und jeder hatte wohl seinen Favoriten.
Heute stehen wir vor geschlossenen Geschäften. Die Schaufenster sind leer, beklebt oder besprüht. Aber fragt man alte Schanzer nach diesen Namen, kommen die Geschichten ziemlich schnell: Wer die besten Brezen hatte. Wo man als Kind seine Guadl kaufte. Was man am Sonntag zum Frühstück holte. Oder welche Spezialität man heute noch vermisst.
Und genau deshalb interessieren uns eure Erinnerungen:
Welche Ingolstädter Bäckerei von früher ist euch in Erinnerung geblieben? Was musste man dort unbedingt kaufen? Welche Spezialität vermisst ihr heute noch? Und natürlich: Wo gab es die besten Brezen?
Schreibt uns eure Erinnerungen – vielleicht wird daraus die nächste Schanzer G’schicht.
