Wie groß ist eigentlich der Barthelmarkt?

Barthelmarkt 2023 Riesenrad

Vier Tage Ausnahmezustand: Der Barthelmarkt im Vergleich mit Bayerns großen Volksfesten

Wenn von Bayerns großen Volksfesten die Rede ist, denkt man zuerst an das Oktoberfest in München oder das Gäubodenvolksfest in Straubing. Doch auch der Barthelmarkt in Oberstimm spielt – trotz seiner vergleichsweise kurzen Dauer – in einer beachtlichen Liga.

Von Freitag, 28. August, bis Montag, 31. August, wird Oberstimm wieder zum Treffpunkt für Besucher aus der gesamten Region und darüber hinaus. Für den Barthelmarkt 2026 werden an den vier Festtagen rund 200.000 Gäste erwartet. In früheren Jahren war auch von bis zu 250.000 Besuchern die Rede.

Mit den absoluten Besucherzahlen der bayerischen Spitzenreiter kann Oberstimm natürlich nicht mithalten. Das Münchner Oktoberfest zieht mehrere Millionen Menschen an. Das Gäubodenvolksfest in Straubing kam 2026 auf rund 1,25 Millionen Besucher in elf Tagen und gilt als zweitgrößtes Volksfest Bayerns.

Interessant wird der Vergleich jedoch, wenn man die Dauer der Feste berücksichtigt. Denn während viele der großen Volksfeste zehn Tage oder länger dauern, ist beim Barthelmarkt nach vier Tagen Schluss. Bei den für 2026 erwarteten 200.000 Besuchern entspricht das rechnerisch rund 50.000 Gästen pro Festtag. Bei 250.000 Besuchern, wie sie in stärkeren Jahren genannt werden, wären es sogar 62.500 pro Tag.

Zum Vergleich: Das Gäubodenvolksfest kommt bei 1,25 Millionen Besuchern und elf Festtagen rechnerisch auf knapp 114.000 Besucher pro Tag. Beim Rosenheimer Herbstfest waren es 2025 rund eine Million Besucher in 16 Tagen – durchschnittlich etwa 62.500 täglich.

Auch das Karpfhamer Fest zeigt, wie stark vergleichsweise kurze Volksfeste sein können: Bei rund 400.000 Besuchern während sechs Festtagen ergibt sich rechnerisch ein Durchschnitt von knapp 67.000 Gästen pro Tag.

Besucher pro Festtag – ein Vergleich

VolksfestBesucher gesamtFesttageØ pro Tag
Oktoberfest Münchenrund 6,5 Mio.16rund 406.000
Nürnberger Frühlingsvolksfest*rund 1,9 Mio.16rund 119.000
Michaeliskirchweih Fürth*rund 1,5 Mio.13rund 115.000
Gäubodenvolksfest Straubing1,25 Mio.11rund 114.000
Nürnberger Herbstvolksfest*rund 1,6 Mio.17rund 94.000
Bergkirchweih Erlangen*rund 1 Mio.12rund 83.000
Karpfhamer Fest*rund 400.0006rund 67.000
Rosenheimer Herbstfestrund 1 Mio.16rund 62.500
Barthelmarkt Oberstimm 2026erwartet rund 200.0004rund 50.000

*Bei einigen Volksfesten beruhen die Besucherzahlen auf veröffentlichten Schätz- bzw. Näherungswerten. Das Ranking ist deshalb als Größenvergleich und nicht als amtliche Rangliste zu verstehen.

Der Barthelmarkt punktet aber nicht nur mit Besucherzahlen. Vier große Bierzelte, Fahrgeschäfte, Verkaufs- und Essensstände und vor allem der traditionelle Rossmarkt am Montagmorgen gehören zum besonderen Charakter des Festes. Seine Geschichte reicht nachweislich mindestens bis ins Jahr 1354 zurück.

So ist der Barthelmarkt zwar weit entfernt von den Millionenwerten der Münchner Wiesn. Gemessen an gerade einmal vier Veranstaltungstagen ist der Besucherandrang jedoch bemerkenswert. Rund 50.000 Menschen pro Tag werden 2026 erwartet – und sollte der Barthelmarkt wieder die Marke von 250.000 Gästen erreichen, wären es rechnerisch sogar 62.500 täglich.

Damit zeigt sich: Der Barthelmarkt gehört zwar nicht zu den größten Volksfesten Bayerns nach absoluten Besucherzahlen. Gemessen an seiner kurzen Dauer kann Oberstimm mit einigen deutlich größeren Volksfesten durchaus mithalten.

Barthelmarkt 2026
28. bis 31. August
Barthelmarktgelände Oberstimm, Markt Manching

Das komplette Programm
https://www.barthelmarkt.de/aktuell/fest-programm

Programm Bierzelte
https://www.barthelmarkt.de/

Barthelmarkt Programm Bierzelte

Wenn das Volksfest größer ist als der Ort

Noch deutlicher wird die Bedeutung des Barthelmarkts, wenn man die Besucherzahlen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl des jeweiligen Veranstaltungsortes setzt.

Der Markt Manching zählt rund 13.000 Einwohner. Bei den für den Barthelmarkt 2026 erwarteten 200.000 Besuchern kommen damit rechnerisch mehr als 15 Festbesucher auf jeden Einwohner Manchings. Sollte der Barthelmarkt wieder die Marke von 250.000 Gästen erreichen, wären es sogar gut 19 Besucher je Einwohner.

Damit liegt der Barthelmarkt in einer bemerkenswerten Größenordnung. Beim Gillamoos in Abensberg stehen rund 300.000 jährliche Besucher gut 15.000 Einwohnern gegenüber – das entspricht knapp 20 Besuchern je Einwohner.

Noch extremer fällt das Verhältnis beim Karpfhamer Fest aus: Rund 400.000 Besucher treffen auf etwa 9.000 Einwohner der Stadt Bad Griesbach. Rechnerisch sind das rund 44 Festbesucher je Einwohner. Das Gäubodenvolksfest in Straubing kommt mit 1,25 Millionen Besuchern bei rund 49.000 Einwohnern auf etwa 25 Besucher je Einwohner.

Zum Vergleich: Beim Münchner Oktoberfest stehen 6,5 Millionen Gäste rund 1,5 Millionen Einwohnern gegenüber. Das sind lediglich gut vier Wiesn-Besucher je Einwohner.

Der Vergleich zeigt damit eine andere Seite der bayerischen Volksfestlandschaft: Nicht immer sind die Millionenfeste relativ zur Größe ihres Heimatortes die größten. Gerade kleinere Städte und Gemeinden werden während ihrer Volksfeste für einige Tage zu Besuchermagneten, deren Gästezahl die eigene Einwohnerzahl um ein Vielfaches übersteigt.

Besucher im Verhältnis zur Einwohnerzahl

VolksfestBesucher je Einwohner
Karpfhamer Festca. 44,2
Gäubodenvolksfestca. 25,5
Gillamoosca. 19,7
Barthelmarktca. 15,4
Rosenheimer Herbstfestca. 15,2
Michaeliskirchweih Fürthca. 11
Bergkirchweih Erlangenca. 8,3
Oktoberfest Münchenca. 4,3
Nürnberger Frühlingsvolksfestca. 3,6
Nürnberger Herbstvolksfestca. 3,0

Die Werte sind rechnerische Größenvergleiche. Besucherzahlen von Volksfesten beruhen teilweise auf Schätzungen. Bei den Einwohnerzahlen wurde jeweils die Gesamtstadt beziehungsweise Gesamtgemeinde des Veranstaltungsortes zugrunde gelegt.


Foto: Archiv IN-direkt

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