10.000 Euro für neue Bücher: Ingolstädter unterstützen ihre Stadtbücherei

Die Aktion „Kauf mich für die Bücherei“ läuft weiter – Heike Marx-Teykal freut sich über die große Unterstützung und setzt im Bücherherbst auf weitere Spender

Die Finanzlage der Stadt Ingolstadt macht sich auch in den Bücherregalen bemerkbar: Der Etat der Stadtbücherei für den Kauf neuer Medien wurde stark gekürzt. Um trotzdem aktuelle Bücher, Hörbücher und andere Medien anbieten zu können, läuft die Spendenaktion „Kauf mich für die Bücherei“. Und die Resonanz ist größer als erwartet.

Inzwischen sind durch die Aktion insgesamt rund 10.000 Euro für den Medienbestand zusammengekommen. Für fast 6.000 Euro haben Bürger in Ingolstädter Buchhandlungen Bücher gekauft und der Stadtbücherei gespendet. Weitere 4.000 Euro gingen als zweckgebundene Geldspenden für den Medienetat ein. Unter den Unterstützern befinden sich nach Angaben der Büchereileitung auch Mehrfachspender.

Für Büchereileiterin Heike Marx-Teykal ist die Resonanz mehr als nur eine finanzielle Unterstützung: „Die 10.000 Euro, die wirklich von Bürgern kommen, berühren mich. Ich finde das eine wunderbare Geste der Unterstützung, des Zusammenhalts und der Wertschätzung für die Arbeit der Stadtbücherei.“

Kinder- und Jugendbücher besonders beliebt

Auch bei der Auswahl der gespendeten Bücher zeigen sich klare Schwerpunkte. Besonders häufig greifen die Spender zu Kinder- und Jugendbüchern, danach folgt Belletristik. Sachbücher werden dagegen deutlich seltener ausgewählt.

Viele Unterstützer suchen die Bücher nach ihrem eigenen Geschmack aus und möchten ihren gespendeten Titel anschließend selbst als Erste lesen. Bislang habe die Stadtbücherei jedes auf diesem Weg gespendete Buch mit gutem Gewissen in ihren Bestand aufnehmen können, berichtet Marx-Teykal.

Dabei spielen auch die beteiligten Ingolstädter Buchhandlungen eine wichtige Rolle. Hugendubel, Stiebert und Rupprecht beraten Interessierte bei der Auswahl und unterstützen die Abwicklung der Spenden.

Spenden ersetzen keinen regulären Medienetat

So erfreulich die 10.000 Euro sind: Die Spenden können einen verlässlichen Etat für Neuanschaffungen nicht ersetzen. Gerade Bereiche, die von den Spendern weniger berücksichtigt werden, muss die Stadtbücherei weiterhin aktuell halten. Dazu gehören beispielsweise Sachbücher zu gesellschaftspolitischen Themen, Demokratie, Recht, Gesundheit oder Lernhilfen.

Die zusätzlichen Geldspenden verschaffen der Bücherei hier zumindest etwas Spielraum. Sie werden gezielt für den Kauf aktueller Medien verwendet – ebenfalls im lokalen Buchhandel.

Erst spenden, dann selbst lesen

Das Prinzip der Aktion ist einfach: In einer der teilnehmenden Innenstadt-Buchhandlungen wird ein aktuelles Buch von allgemeinem Interesse ausgewählt und ein Spendenformular ausgefüllt. Buch und Formular werden anschließend von der Buchhandlung an die Stadtbücherei weitergeleitet.

Spätestens nach einer Woche steht das Buch dem Spender als Erstleser zur Verfügung. Nach der Rückgabe wandert es in den regulären Bestand und kann von allen ausgeliehen werden. Eine Spendenbescheinigung wird von der Stadtverwaltung ausgestellt.

Auch direkte Geldspenden für den Medienetat sind weiterhin möglich.

Aktion geht im Bücherherbst weiter

Gerade jetzt will die Stadtbücherei noch einmal auf die Aktion aufmerksam machen. Im September und Oktober erscheinen zahlreiche Herbst-Neuerscheinungen, die möglichst zeitnah für die Leser zur Verfügung stehen sollen.

Und die Unterstützung hält an: Zwar treffen nach Angaben von Marx-Teykal inzwischen nicht mehr täglich, aber weiterhin wöchentlich Buchgeschenke bei der Stadtbücherei ein.

Dass die Aktion eine solche Resonanz erreichen würde, hatte die Büchereileiterin selbst nicht erwartet. Ihr Fazit nach den ersten Monaten fällt entsprechend deutlich aus: „Das ist ein Erfolg, den ich mir so nicht vorgestellt habe.“

Für Rückfragen steht das Team der Stadtbücherei Ingolstadt gerne zur Verfügung.
Weitere Informationen unter: www.ingolstadt.de/stadtbuecherei

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