Der Bezirksausschuss Mitte hat am Mittwochabend einstimmig beschlossen, die Stadtverwaltung zu einem entschiedeneren Vorgehen gegen Poserverkehr, überhöhte Geschwindigkeiten und Verkehrslärm in der Kupferstraße aufzufordern. Grundlage war ein von Klara Rüsenberg und Emanuel Yanik Blaurock für die SPD Mitte eingebrachter Antrag. Dieser greift ein gemeinsames Schreiben von Gastronomen und Gewerbetreibenden der Kupferstraße vom 6. Juli auf.
Die Unterzeichner beklagen, dass die geltende Tempo-30-Regelung sowohl in der Kupferstraße als auch in der Harderstraße regelmäßig missachtet werde. Manche Fahrzeuge würden die Strecke mehrfach hintereinander befahren und vor allem im mittleren und hinteren Bereich der Kupferstraße stark beschleunigen. Neben der Gefährdung von Fußgängern sei der dabei entstehende Lärm eine erhebliche Belastung für Anwohner und Gäste der Außengastronomie.
Juri Maric vom Schanzer Steakhaus schilderte die Situation in der Sitzung eindringlich. Besonders an den Wochenenden sei die Lage „eine absolute Katastrophe“. Die Außentische stünden unmittelbar an der Fahrbahn, Gäste erschreckten sich immer wieder durch schnell vorbeifahrende und laut beschleunigende Fahrzeuge. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert“, sagte der Gastronom.
Auch Familien blieben nach Angaben der Gewerbetreibenden inzwischen häufiger fern, weil sie die durchfahrenden Autos als Gefahr empfänden. Ältere Gäste und Menschen mit Rollator hätten zudem wiederholt berichtet, dass sie sich beim Überqueren der Kupferstraße „gejagt“ fühlten, weil sie die Fahrbahn nicht schnell genug verlassen könnten.
Der Bezirksausschuss fordert die Stadtverwaltung nun auf, die Ausweisung der Kupferstraße als verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 zu prüfen. Ergänzend sollen bauliche Maßnahmen wie Bodenwellen untersucht werden. Die Zufahrt zu den Grundstücken soll dabei weiterhin möglich bleiben.
Außerdem soll die Stadt vorbereiten, die kommunale Verkehrsüberwachung auf den fließenden Verkehr auszuweiten. Der Bezirksausschuss erwartet einen Bericht darüber, wann, wo, durch wen und wie lange der Verkehr in der Kupfer- und Harderstraße in den vergangenen zwölf Monaten kontrolliert wurde. Darüber hinaus sollen die gefahrenen Geschwindigkeiten auch in den Abend- und Nachtstunden erfasst und eine Anzeigetafel aufgestellt werden, die Verkehrsteilnehmern ihre aktuelle Geschwindigkeit anzeigt.
Der Bezirksausschuss fordert die Stadt zudem auf, sich bei der Polizeiinspektion Ingolstadt für Schwerpunktkontrollen in der Kupfer- und Harderstraße einzusetzen. Dabei sollen neben Geschwindigkeitsverstößen auch technische Manipulationen an Fahrzeugen in den Blick genommen werden, die unnötigen Lärm verursachen.
Langfristig soll im Rahmen des Mobilitätskonzepts geprüft werden, ob die Kupferstraße ab 20 Uhr weitgehend dem Fußverkehr vorbehalten werden kann. Als mögliche Lösung nennt der Antrag versenkbare Poller. Die Zufahrt soll für Berechtigte wie Anlieger, Lieferdienste, Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge weiterhin möglich bleiben.
Mit dem einstimmigen Beschluss hat der Bezirksausschuss seine Forderungen an die Stadtverwaltung formuliert. Nun sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen geprüft und die Ergebnisse dem Gremium vorgelegt werden.

