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Mit geistiger Beeinträchtigung auf dem Weg in den Arbeitsmarkt

Daniel Alter (links), der eine geistige Beeinträchtigung hat, macht ein Check-up an einem Fahrrad eines Schülers im Caritas-Zentrum St. Vinzenz. Sein Vorgesetzter Dominic Walter ist mit seiner Arbeit zufrieden. Foto: Caritas / Peter Esser  

Daniel Alter ist seit einem Jahr in der Haustechnik des Caritas-Zentrums St. Vinzenz tätig

Daniel Alter (33) schraubt an einem Fahrrad. Räder wechseln, Reifen prüfen, aufpumpen und notfalls flicken sind einige von vielen Aufgaben, die er seit einem Jahr in der Haustechnik des Caritas-Zentrums St. Vinzenz Ingolstadt verrichtet. Der Mann mit einer geistigen Beeinträchtigung war früher Schüler in St. Vinzenz und wohnt heute in den Wohngruppen St. Anna der Einrichtung. Bis vor einem Jahr war er noch in einer Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Bayern Mitte tätig, doch dort fühlte er sich zuletzt nicht mehr genug gefordert. „Es waren immer wieder dieselben Tätigkeiten in der Montage und in der Gärtnerei. Ich dachte mir, ich kann mir mehr zutrauen“, erzählt Daniel Alter. Die Lebenshilfe vermittelte ihn daher auf einen Außenarbeitsplatz in die Haustechnik von St. Vinzenz.

„Man kann von ihm durchaus etwas fordern“

„Hier habe ich eine abwechslungsreiche und recht selbstständige Beschäftigung und habe zudem das Gefühl, nach Hause zurückgekehrt zu sein“, erklärt Daniel Alter. Neben der Reparatur von Fahrrädern zupft er Unkraut, mäht den Rasen und wird auch bei Malerarbeiten eingesetzt – um nur einige Tätigkeiten zu nennen. „Während ich früher immer wusste, was auf mich zukam, ist hier jeder Tag anders“, freut er sich. „Man kann von ihm durchaus etwas fordern“, meint sein Vorgesetzter Dominic Walter, der Technischer Leiter im Caritas-Zentrum St. Vinzenz ist. „Und er entscheidet inzwischen selbstständig, wo er ein Loch bohren soll oder nicht.“

Natürlich, so Walter, gebe es immer noch Tätigkeiten, bei denen der Mann mit geistiger Beeinträchtigung noch besser werden könne. Das wisse dieser selbst. „Beim Rasenmähen geht es bei mir oft noch kreuz und quer und dann weisen mich die Kolleginnen und Kollegen schon mal darauf hin, dass ich noch ein Stück vergessen habe“, nennt Daniel Alter ein Beispiel. „Grundsätzlich hat er aber frischen Wind ins Team gebracht, und die Mitarbeitenden blühen auf, wenn er mit einem flotten Spruch auf den Lippen daherkommt“, beobachtet Verwaltungsleiterin Sabine Altenberger. Einen Führerschein würde sich Daniel Alter in bestimmten Situationen wünschen, doch der Epileptiker weiß, dass er diesen nicht machen kann, weil er im Straßenverkehr eine zu große Gefahr darstellen würde. Damit hat er sich abgefunden: „Ich fahre im Sommer E-Bike und im Winter mit dem Bus.“

Vorbild für Praktikanten

Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz strebt an, Daniel Alter mittelfristig zu einem regulären Mitarbeiter zu machen. „Faktisch arbeitet er schon heute oft so“, sagt Walter. Und bereits heute werde der 33-jährige Mann als Vorbild von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung wahrgenommen, die ein Praktikum in der Haustechnik der Einrichtung absolvieren. „Ich kann mir vorstellen, noch mit mehr Menschen wie Daniel zusammenzuarbeiten“, erklärt Dominic Walter. Und Sabine Altenberger wünscht sich, „dass mehr Betriebe offen für eine Mitarbeit von Menschen mit Beeinträchtigung sind und ihnen eine Chance auf Teilhabe und Inklusion geben, um möglichst auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“.  

Daniel Alter wünscht die Verwaltungsleiterin, „dass er seine Lebensfreude behält und jeden Tag mit neuem Lebensmut angeht“. Dominic Walter meint: „Daniel hat einen hohen Anspruch an sich selbst. Den darf er ruhig ab und zu mal ablegen.“ Dieser freut sich unterdessen bereits auf seine nächste größere Aufgabe: „Im August steht der Großputz von St. Vinzenz an. Da helfe ich beim Ausräumen der Schul- und Tagesstättenräume.“ Und ein Check-up von einem Fahrrad fällt sicherlich auch einmal wieder an.

Foto: Daniel Alter (links), der eine geistige Beeinträchtigung hat, macht ein Check-up an einem Fahrrad eines Schülers im Caritas-Zentrum St. Vinzenz. Sein Vorgesetzter Dominic Walter ist mit seiner Arbeit zufrieden. Foto: Caritas / Peter Esser  

Pressestelle Caritasverband für die
Diözese Eichstätt e.V.

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