Pflege-Azubis übernehmen Verantwortung für eine ganze Station  

Von der Schulbank zur Schichtleitung

Vom 18. bis 22. Juli 2026 findet für 22 Auszubildende am Klinikstandort Eichstätt das Projekt „Schüler leiten eine Station“ statt. Dabei schlüpfen die Pflege-Azubis aus dem dritten Lehrjahr in die Rolle der Schichtleitung. Schüler aus dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr nehmen die Rolle der unterstützenden Pflegefachkraft ein. Die Praxisanleiterinnen stehen als Coaches und für Fragen zur Verfügung. So sollen das Verantwortungsbewusstsein, das Selbstmanagement und die Teamfähigkeit der Azubis gestärkt werden.  

Eichstätt – Vom Pflege-Azubi zur Schichtleitung: Was skurril klingt, ist im Rahmen des Projekts „Schüler leiten eine Station“ Realität. Für fünf Tage verwandelt sich die Station 3B am Standort Eichstätt zur Schülerstation. Die angehenden Pflegefachkräfte aus dem dritten Lehrjahr dürfen in dieser Zeit die Rolle einer Schichtleitung übernehmen. Die Azubis aus dem ersten und zweiten Lehrjahr und die Pflegefachhelfer unterstützen als Pflegefachkraft. Jeweils elf Azubis betreuen die Patientinnen und Patienten in der Früh- und Spätschicht.

Die Azubis kümmern sich in dieser Zeit nicht nur um die Pflege der Patienten. Sie übernehmen die Kontrolle der Medikation und befassen sich mit Neuaufnahmen und Entlassungen von Patienten. Außerdem kommunizieren sie mit den verschiedenen Fachbereichen, setzen die Ärzte bezüglich Komplikationen in Kenntnis, führen Beratungsgespräche mit den Angehörigen der Patienten und Betäubungsmittelkontrollen durch.

Und das alles allein? Na ja, nicht ganz. Die Azubis sind in verschiedene Gruppen eingeteilt, die sich um je sechs Patienten kümmern. Alle Gruppen werden von je einer Praxisanleiterin betreut, die bei Fragen zur Verfügung steht. Zudem befindet sich in jeder Kleingruppe ein Pflege-Azubi aus dem dritten Lehrjahr. Das Ziel: Voneinander lernen und das eigene Selbstmanagement vertiefen.

Bei den Auszubildenden kommt das Projekt super an. „Wir haben sehr viel Spaß“, erzählt Vivien Liebhardt, angehende Pflegefachkraft im dritten Ausbildungsjahr. „Man fühlt sich auch sicher, weil die Praxisanleiterinnen bei offenen Fragen immer da sind. Ich finde es toll, dass das Klinikum so ein Projekt anbietet.“

Bildunterschrift 2: Auch organisatorische Tätigkeiten wie die Aufnahme und Entlassung von Patienten sind diese Woche Aufgabe der Auszubildenden. (Fotocredit: Manuel Hirsch)
Bildunterschrift 2: Auch organisatorische Tätigkeiten wie die Aufnahme und Entlassung von Patienten sind diese Woche Aufgabe der Auszubildenden. (Fotocredit: Manuel Hirsch)
Auch organisatorische Tätigkeiten wie die Aufnahme und Entlassung von Patienten sind diese Woche Aufgabe der Auszubildenden. (Fotocredit: Manuel Hirsch)


„Man lernt, mit herausfordernden Situationen umzugehen und Druck zu bewältigen“, erklärt Ana-Maria Galarza, ebenfalls angehende Pflegefachkraft im dritten Ausbildungsjahr, „genauso wie Zeitmanagement und Aufgaben an die Pflegefachhelfer zu delegieren.“ Sie betont außerdem, dass sie jeden Tag etwas Neues dazulernt: Das gelte nicht nur heute, sondern an jedem Arbeitstag.

Praxisanleiterin Vanessa Halbmeyer findet, dass sich die Auszubildenden im Laufe des Projekts sehr positiv entwickelt haben: „Anfangs haben die Schüler meine Hilfe noch mehr gebraucht, wo finden sie was? Wie sind die Abläufe? Wer sind die Ansprechpartner, z. B. bei den Ärzten?“, erklärt sie. „Das hat sich aber mit jedem Tag immer besser eingespielt und zum Ende waren sie in einer richtig guten Routine.“

Halbmeyer ist außerdem überzeugt, dass das Projekt nicht nur den Auszubildenden, sondern auch dem Unternehmen nützt: Die Azubis lernen, wie viele Aufgaben es zu bewältigen gibt, während die Kliniken als Ausbildungsstandort attraktiver werden.

(Fotocredit: Julia Meier) 

Pressestelle Kliniken im Naturpark Altmühltal

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