Steigende Fallzahlen und zunehmende Anfeindungen im Netz sind Anlass für einen Workshop am 4. August.
Hass, Beleidigungen und Gewaltaufrufe gegen queere Menschen nehmen nach Einschätzung von Fachleuten weiter zu. Vor allem in sozialen Netzwerken seien Diskriminierung und queerfeindliche Kommentare immer häufiger zu beobachten, sagte Peter Hengl, Sprecher von ver.di queer Ingolstadt. Schon das Hissen einer Regenbogenfahne oder Veranstaltungen wie der Christopher Street Day lösten vielfach heftige Diskussionen, Abwertungen und Anfeindungen aus. Diese Entwicklung verunsichere viele Betroffene und mache deutlich, wie wichtig Aufklärung und Austausch seien.
Deshalb veranstaltet die Fach- und Beratungsstelle Strong! am 4. August um 17 Uhr einen Workshop in der Volkshochschule Ingolstadt. Im Mittelpunkt stehen Hass und Hetze gegen LGBTIQ*-Personen, die Auswirkungen auf die Betroffenen sowie Möglichkeiten, Diskriminierung und Hass entgegenzutreten.
Die Entwicklung zeigt sich auch in den bundesweiten Zahlen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden 2025 insgesamt 2.377 queerfeindliche Straftaten registriert – ein Anstieg von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Themenfeld „sexuelle Orientierung“ wurden 2.070 Straftaten erfasst, darunter 284 Gewaltdelikte. Im Bereich „geschlechtsbezogene Diversität“ registrierten die Behörden 1.294 Straftaten, darunter 112 Gewaltdelikte. Da einzelne Fälle mehreren Themenfeldern zugeordnet werden können, dürfen die Zahlen nicht addiert werden.
Für Anja Assenbaum, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ingolstadt, ist es wichtig, mit dem Workshop ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und ein diskriminierungsfreies Miteinander zu setzen. Die Veranstaltung soll Wissen vermitteln, Vorurteile abbauen und den gegenseitigen Austausch fördern.
Eingeladen sind alle Interessierten – unabhängig davon, ob sie beruflich oder privat Berührungspunkte mit dem Thema haben. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung über die Volkshochschule Ingolstadt unter der Kursnummer AW 21-169 ist erforderlich.
