Festakt: 10 Jahre KAP 94

Ein magischer Ort, an dem Besucherinnen und Besucher bei Veranstaltungen sogar selbst mit anpacken.

2016 fanden sich lokale Künstlerinnen und Künstler sowie Kreative zusammen, um ein seit längerem leerstehendes Festungsgelände der Kaponniere zu nutzen, auf dem sich seinerzeit noch eine heruntergekommene Diskothek befand, und es in einen Ort der Phantasie für künstlerische Zwecke umzuwandeln. Wie Johannes Greiner, der Vorsitzende der Kunst- und Kulturwerkstatt KAP 94, in seiner Begrüßungsrede betonte, sei es „alles andere als selbstverständlich, dass es das Projekt noch heute gibt“.

Er führte die Widerstandsfähigkeit auf mehrere Faktoren zurück: Allen voran liege es an der „Magie des Ortes“ – ein labyrinthisches Gewölbe mitten im Wasser mit einem Dachwald, das geradezu danach schreit, ein außergewöhnlicher Kulturort zu werden. Seitdem hat sich KAP 94 mit jedem neu Hinzugekommenen weiterentwickelt. Dieser stete Wandel, das Unperfekte und Unfertige, ist zu einem Markenzeichen des Ortes geworden und hält KAP in Bewegung.

Beteiligt sind viele unterschiedliche Menschen – nicht nur aus künstlerischen Bereichen, sondern auch aus sozialen Berufen. Diese Mischung erzeugt den besonderen Vibe, die Neugier und die Offenheit, die der Kunst, Kultur und Subkultur eine Heimat bieten. Neben denen, die sich oft auch in ihrer Freizeit im KAP engagieren, tragen zahlreiche andere zum Gelingen bei: das Publikum, das sich als Teil des Ganzen versteht und nicht nur konsumiert, sowie Menschen aus der Stadtverwaltung und der Stadtspitze.

Der Erfolg von KAP 94 ist auch darauf zurückzuführen, dass sich die Werkstatt immer wieder neu erfindet und kreative Lösungen für Herausforderungen wie die Corona-Pandemie oder die längere Schließung während der Renovierung entwickelt hat. Auch in der aktuellen Situation, in der die Stadt kaum – wenn überhaupt – Mittel für freiwillige Kulturleistungen bereitstellt, ist es notwendig, erneut flexibel und diesmal unternehmerisch zu denken.

Bürgermeister Franz Wöhrl begrüßte die Anwesenden im Namen der Stadt, zeigte sich sehr beeindruckt von den Leistungen der Kunst- und Kulturwerkstatt und dankte allen für ihr hervorragendes Engagement. Er betonte, wie erfreulich es sei, dass die Menschen der „KAP-Familie“ trotz finanzieller Herausforderungen nicht resignieren, sondern nach neuen Wegen suchen. Nicht nur die Kunstschaffenden, sondern alle müssen in diesen Zeiten als Gesellschaft zusammenhalten und mit anpacken. Nur so sei es möglich, etwas zu bewegen. Er wünschte für die kommenden Jahrzehnte viel Erfolg, Glück und Gesundheit.

Es folgte ein bunter Reigen an Veranstaltungsbeiträgen, gestaltet unter anderem von Patrick Duvall, Jens Rohrer, Aaron Brucks, Dieta/Nikolas Gaganin und der Feuershow „Feuerflug“. Daneben bot sich viel Raum, alte Bekannte zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam dieses besondere Jubiläum zu feiern. (HaGa)

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