Endlich erfährt Marieluise Fleißer eine längst überfällige Würdigung: Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales sowie Frauenbeauftragte Ulrike Scharf (CSU) enthüllte am Montagnachmittag gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Michael Kern (CSU) eine Plakette am Geburtshaus der Schriftstellerin in der Kupferstraße.
Der Oberbürgermeister freute sich in seiner Begrüßung über die Auszeichnung und Würdigung von Ingolstadts berühmtester Tochter. Marieluise Fleißer gehört zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ein besonderer Gruß ging auch an Dr. Hermann Wittmann, der als letzter Angehöriger der Familie an der Feierstunde teilnahm. Als Neffe der Schriftstellerin erlebte er ihre letzten Lebensjahre noch selbst und gehört heute zu den wichtigen Zeitzeugen ihrer Familiengeschichte.


Mit der Auszeichnung zählt die „Fleißerin“ zu den 140 Frauen, die im Rahmen der Initiative „FrauenOrte in Bayern“ geehrt werden. Ziel des Projekts ist es, Frauen sichtbar zu machen, deren Biografien und Leistungen die Geschichte Bayerns geprägt haben. Dies sei umso wichtiger, da sie als Vorbilder dienen und zum Selbstverständnis sowie zum Selbstbewusstsein von Mädchen und jungen Frauen beitragen können.
Ulrike Scharf zitierte Marieluise Fleißer mit den Worten: „Ins Theater drang ich ein als ein frecher Wicht, denn ich zählte ja nicht“, um deren Außenseiterposition beim Eintritt in die von Männern dominierte Theaterwelt zu verdeutlichen. Gerade dieses Zitat bringt treffend zum Ausdruck, was Marieluise Fleißers Leben prägte: den mühsamen Weg einer Frau in eine kulturelle Welt, in der sie zunächst kaum ernst genommen wurde.


Für Ulrike Scharf war es der erste Besuch im Fleißer-Haus. Sie zeigte sich beeindruckt und freute sich über einen kurzen Rundgang durch das Geburtshaus der Schriftstellerin.
Alle mit einem FrauenOrt geehrten Frauen in Bayern sind unter www.bayerns-frauen.de/orte zu finden.
