SPD-Stadtratsfraktion fordert Bilanz zum Hitzeaktionsplan und besseren Schutz vulnerabler Gruppen

Temperaturen deutlich über 30 Grad und eine anhaltende Belastung für viele Menschen: Die aktuelle Hitzewelle macht auch in Ingolstadt die Folgen des Klimawandels spürbar. Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Stadtratsfraktion eine umfassende Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt. Sie möchte erfahren, wie weit die Umsetzung des städtischen Hitzeaktionsplans fortgeschritten ist und welche Maßnahmen bereits zum Schutz der Bevölkerung umgesetzt wurden.

„Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass extreme Hitze längst kein Ausnahmeereignis mehr ist. Gerade in dicht bebauten Stadtgebieten werden hohe Temperaturen zunehmend zu einer Belastung für Gesundheit und Lebensqualität. Deshalb wollen wir wissen, welche Maßnahmen aus dem Hitzeaktionsplan bereits umgesetzt wurden und wo weiterer Handlungsbedarf besteht“, erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin im Kultur- und Bildungsausschuss, Nadine Praun.

Ein Schwerpunkt der Anfrage liegt auf dem Schutz von Kindern und Jugendlichen. Die SPD-Fraktion erkundigt sich nach bereits umgesetzten Maßnahmen in Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie nach kurzfristigen Schutzmaßnahmen bei akuten Hitzeereignissen. Darüber hinaus fragt sie nach baulichen und technischen Maßnahmen wie Verschattung, Begrünung, Sonnenschutzsystemen und klimaangepassten Raumkonzepten.

„Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Tages in Schulen und Betreuungseinrichtungen. Überhitzte Klassen- und Gruppenräume beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Konzentrations- und Lernfähigkeit. Deshalb müssen wir bestehende Einrichtungen konsequent an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen und bei Neubauten sowie Generalsanierungen verbindliche Standards für klimaangepasstes und hitzeresilientes Bauen anwenden“, so Praun.

Die Anfrage richtet den Blick auch auf weitere besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Zudem fragt die SPD-Fraktion nach Schutzmaßnahmen für städtische Beschäftigte und nach Hitzeschutzkonzepten bei Veranstaltungen.

„Extreme Hitze ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Besonders ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit Vorerkrankungen sind auf wirksame Schutzmaßnahmen angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass wir einen Überblick darüber erhalten, welche Maßnahmen bereits wirken und wo zusätzlicher Handlungsbedarf besteht“, betont die Sprecherin im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Stiftung und Familien, Dr. Dorothea Deneke-Stoll.

Auch Stadtrat Dr. med. Anton Böhm sieht im kommunalen Hitzeschutz eine zentrale Zukunftsaufgabe. Aus ärztlicher Sicht werden die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze häufig noch unterschätzt. 

„Hitze ist nicht nur eine Frage des persönlichen Wohlbefindens, sondern ein ernstzunehmender Gesundheitsfaktor. Besonders ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen oder Pflegebedarf tragen ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Komplikationen. Die aktuelle Hitzewelle zeigt, dass wir uns nicht mehr auf einzelne Extremereignisse einstellen müssen, sondern auf eine neue Realität. Hitzeschutz gehört deshalb zur kommunalen Daseinsvorsorge. Entscheidend ist, dass aus Plänen konkrete Maßnahmen werden und die besonders gefährdeten Menschen wirksam geschützt werden“, erklärt Dr. med. Anton Böhm.

Darüber hinaus möchte die SPD-Stadtratsfraktion wissen, wie die Stadtverwaltung die Auswirkungen der aktuellen Hitzewelle auf Schulen, Kindertageseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen und weitere städtische Einrichtungen bewertet und welche zusätzlichen Handlungsbedarfe dabei identifiziert wurden.

Mit ihrer Anfrage will die SPD-Stadtratsfraktion eine Bestandsaufnahme des bisherigen Hitzeschutzes erreichen und die Weiterentwicklung des Hitzeaktionsplans konstruktiv begleiten. Ziel ist es, Ingolstadt besser auf die Folgen zunehmender Hitzeperioden vorzubereiten und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu schützen.

SPD Stadtratsfraktion Ingolstadt

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