EVG-Studie zeigt: Ingolstadt mit 50 Fernzügen täglich besonders gefährdet / Wirtschaftsstandort Audi-Region auf dem Spiel
MÜNCHEN/INGOLSTADT – Mit großer Sorge reagiert der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Oskar Lipp MdL, auf die heute bekannt gewordene Bahn-Studie der Gewerkschaft EVG. Demnach droht Ingolstadt bei einem Markteintritt des italienischen Unternehmens Italo der komplette Verlust seiner IC- und ICE-Anbindung. Aktuell halten täglich 50 Fernzüge am Ingolstädter Bahnhof – mehr als in jeder anderen der 16 bedrohten Städte.
„Was hier geplant wird, ist ein Angriff auf den Wirtschaftsstandort Ingolstadt“, erklärt Lipp. „Die Region ist das Herz der deutschen Automobilindustrie. Tausende Pendler, Zulieferer und Geschäftsreisende sind täglich auf den Fernzug angewiesen. Wenn Italo die Sahnestrecken abgreift und die Deutsche Bahn dafür Ingolstadt opfern muss, zahlen die Bürger die Zeche für eine verfehlte Wettbewerbspolitik.“
Das Grundprinzip sei einfach: Wer auf den profitabelsten deutschen Strecken fahren will, muss auch Verantwortung für die Fläche übernehmen. „Rosinenpickerei auf Kosten von Regionen wie Ingolstadt, Augsburg oder Bamberg darf der Bund nicht durchgehen lassen“, so Lipp. „Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder muss jetzt klare Bedingungen stellen: Keine Streckenvergabe an Italo ohne verbindliche Paketlösungen, die auch Sekundärstrecken sichern.“
Die Zeit drängt: Bis Juli fordert Italo eine verbindliche Zusage für die beiden deutschen Premium-Strecken München–Stuttgart–Dortmund und München–Berlin–Hamburg. „Das ist das letzte Zeitfenster, in dem Berlin noch Einfluss nehmen kann“, warnt Lipp. „Danach werden Fakten geschaffen – zu Lasten unserer Region.“
Lipp kündigt an, das Thema umgehend in den Stadtrat Ingolstadt und in den Bayerischen Landtag einzubringen und Klarheit über ihren Einfluss auf die Bundesnetzagentur zu fordern.
Fragestunde der Stadtratssitzung am 24.06.2026: Fragen zum möglichen
Wegfall der ICE/IC-Anbindung Ingolstadts
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Kern,
laut einer Studie der Bahngewerkschaft EVG (Stand: Juni 2026) droht Ingolstadt mit derzeit 50 täglichen Fernzügen der vollständige Verlust seiner IC- und ICE- Verbindungen, sofern das italienische Bahnunternehmen Italo ab 2028 die Hauptstrecken München–Dortmund und München–Hamburg bedient und die Deutsche Bahn infolgedessen ihre Quersubventionierung sekundärer Strecken aufgeben muss. Zu diesem Vorgang bitten wir um die Beantwortung nachfolgender
Fragen:
1. Welche Auswirkungen könnte o.g. Sachverhalt auf den Industriestandort Ingolstadt, dessen Fachkräfte sowie Wohnungsmarkt auch u.a. laut Folgeabschätzungen oder Studien haben?
2. Ist die Stadt Ingolstadt Mitglied einer kommunalen Initiative oder eines Städtebündnisses, das sich für den Erhalt des Schienenfernverkehrs in der Fläche einsetzt und hat die Stadt Ingolstadt gegenüber dem Bundesverkehrsministerium, der Bundesnetzagentur, der Deutschen Bahn AG oder dem Freistaat Bayern bislang Stellung bezogen oder schriftlich interveniert, um die Fernzuganbindung Ingolstadts zu sichern – und wenn ja, in welcher Form und mit welchem Ergebnis?
3. Hat die Stadt Gespräche mit dem Bayerischen Verkehrsministerium, dem MVV oder der DB Regio über eine mögliche Taktverdichtung oder alternative Schienenanbindungen aufgenommen, die im Falle eines Fernzugausfalls als Übergangslösung dienen könnten?
Mit freundlichen Grüßen im Namen der AfD-Stadtratsfraktion
MdL und Stadtrat Oskar Lipp Günter Schülter, Stadtrat Fraktionsvorsitzender Fraktionsvorsitzender
