Das Datum für die Premiere des zu Recht umjubelten Sommer-Open-Air-Theaterstücks hätte nicht besser passen können: Am ersten Samstag im Juni findet in Deutschland der Tag der Organspende statt.
Und genau darum geht es in dem Theaterstück des Österreichers Stefan Vögel: Eigentlich sollte es der Triumph-Tag des dynamischen Architekten Arnold werden, den er gemeinsam mit seiner Frau Kathrin und dem befreundeten Ehepaar Diana und Götz feiern will. Arnold hat den bahnbrechenden Auftrag erhalten, in Paris einen Diamond Tower zu errichten. Ausgerechnet an diesem Abend eröffnet ihm seine Frau, dass sie an Niereninsuffizienz leidet und auf eine Nierenspende angewiesen ist.
Was für ein Glück, dass ihr lieber Ehemann die gleiche Blutgruppe hat und damit als Lebendspender in Frage kommt. Denn auf ein Spenderorgan wartet man in Deutschland etwa sechs Jahre. Doch das Ansinnen seiner Frau überfordert den überrumpelten Ehemann gänzlich. Der Abend nimmt einen völlig anderen Lauf und eskaliert beinahe, als der hilfsbereite Freund Götz – sehr zum Entsetzen seiner Ehefrau Diana – spontan und ohne Bedenken seine Niere anbietet. Es entwickelt sich eine turbulente Inszenierung mit vielen überraschenden Wendungen, die hier selbstverständlich nicht verraten werden.
Leni Brem-Keil gelingt es erneut, dieses intelligente Stück mit leichter Hand als unterhaltsames Sommertheater zu inszenieren. Es kommt mit viel, manchmal auch schwarzem Humor daher, stellt aber zugleich eine unbequeme Frage: Wie würde man selbst in einer solchen Situation entscheiden? Keine leichte Entscheidung.
Eine sehr leichte Entscheidung sollte es dagegen sein, sich dieses wunderbare Theaterstück auf keinen Fall entgehen zu lassen. Dank der finanziellen Unterstützung des Rotary-Kulturpreises 2026 konnte Leni Brem-Keil es mit Pia Kolb, Robert Gregor Kühn, Leon Sandner und Sophie Meinecke wieder im idyllischen Garten der Gnadenthal-Schulen wunderbar in Szene setzen.
Weitere Termine: 11., 12., 17., 20. und 28. Juni, jeweils um 20.30 Uhr.


















