Gastbeitrag Astronomiefreunde-Peter Maier
Es ist dunkel geworden am Kalvarienberg bei Pobenhausen, südlich von Ingolstadt. Ein schöner Farbverlauf von tiefem Rot bis Violett und Dunkelblau knapp über dem Westhorizont zeugt noch von der Dämmerung und verspricht eine kühle, aber wunderbar klare Nacht. Ein paar Amateurastronomen haben sich hier verabredet und ihre Fernrohre in der Dunkelheit aufgebaut – routiniert und nur mit schwach rotleuchtenden Stirnlampen, um die Augen nicht unnötig zu blenden.
Für die Beobachtung der weit entfernten und lichtschwachen Objekte am Nachthimmel ist es nämlich entscheidend wichtig, die eigenen Augen bestmöglich an die Dunkelheit zu gewöhnen. „Wer will M13 sehen?“, ruft eine Stimme plötzlich über den Platz. Keine Minute später steht auch schon eine kleine Gruppe von Beobachterinnen und Beobachtern vor dem Teleskop, das sich als dunkle Silhouette wie eine große „Kanone“ gegen den Sternenhimmel abhebt. Im Gegensatz zu einem Geschütz verlässt hier kein Geschoss die Mündung, sondern landet das schwache Licht tausender oder gar Millionen Lichtjahre entfernter Sternhaufen, Sternnebel oder gar Galaxien in der Optik des Spiegelteleskops und wird am Ende durch das Okular für das Auge sichtbar: „M13“ ist der Name eines ca. 25.000 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufens im Sternbild Herkules. Anna, die jüngste Sternfreundin, klettert auf die Leiter vor dem großen Teleskop und wirft als Erste einen Blick durch´s Okular: „Wow, der sieht ja aus wie eine Wunderkerze! Nur mit tausend Sternen anstatt Funken!“ Inzwischen zeichnet sich auch die Milchstraße am dunklen Sternenhimmel ab, die sich wie ein silbernes, wolkenartiges Band von einem Horizont zum anderen spannt.


Beobachtungsnächte wie diese und andere Aktionen unternehmen die Astronomiefreunde Ingolstadt öfter in der Region, die ihre Begeisterung für die Himmelsbeobachtung gerne teilen und neue Gleichgesinnte kennenlernen.
Dazu treffen sie sich i.d.R. auch jeden 1. und 3. Freitag im Monat ab 18:30 Uhr zu einem Stammtisch in der Sportgaststätte Oberhaunstadt. „Jede und jeder kann dabei sein – wir sind kein eingetragener Verein, es gibt keinen Chef und keine Gebühren. Nur Leute, die gerne Astronomie machen!“, erklärt Peter Maier mit leichtem Augenzwinkern, der die stetig wachsende Gruppe aus Hobbyastronominnen und -astronomen vor rund 14 Jahren mitbegründet hat. Eine wesentliche Motivation der Gruppe war von Anfang an, das „Bayerische Teleskopmeeting“, das seit über 25 Jahren jährlich auf dem Osterberg in Pfünz stattfindet, weiterzuführen.
Es gilt als eines der bekanntesten Astronomietreffen im süddeutschen Raum und lockt jedes Jahr über hundert Amateurastronomen, Astrofotografen und auch interessierte Besucher nach Pfünz bei Eichstätt. Bei klarem Himmel gibt es an den Besucherabenden die Gelegenheit, ferne galaktische Nebel und Sternhaufen sogar mit eigenen Augen durchs Teleskop zu beobachten oder sich die Sternbilder am Nachthimmel erklären zu lassen.

Die Besucherabende am Bayerischen Teleskopmeeting finden dieses Jahr wieder am 14. und 15. August statt.
Genauere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite unter www.astronomie-ingolstadt.de/btm oder auch via Email an info@astronomie-ingolstadt.de.
