Klaus Neumayr zieht als Bürgermeister in das Rathaus in Manching ein
„Krass“ – das war der erste Gedanke, als Klaus Neumayr (CSU) ein paar Tage nach der Stichwahl zum Manchinger Bürgermeister realisiert hat, was da geschehen ist.
Der 38-jährige Familienvater hat sich gegen Adolf Engel (Freie Wähler) durchgesetzt und tritt am 1. Mai seinen neuen Job als Bürgermeister in der 14.000 Einwohner Marktgemeinde an. Gleichzeitig ist er für rund 200 Mitarbeiter verantwortlich.
Die Verwaltung mit Wasserwerk, Kläranlage, Bibliothek und Kindertagesstätten ist nach Airbus, Bundeswehr und Mewa der viertgrößte Arbeitgeber in der nach der Stadt Pfaffenhofen größten Kommune im Landkreis.
Für IN-direkt hat er Fragen zu seinem neuen Lebensabschnitt beantwortet.
Herr Neumayr, herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum Bürgermeister. Was bedeutet es für Sie, Bürgermeister von Manching zu sein?
Vielen Dank. Eine große Aufgabe natürlich aber ich freue mich darauf, weil es für mich bedeutet, dass ich mich für meine Heimatgemeinde einbringen kann und unsere Gemeinde sehr zuversichtlich in eine positive Zukunft führen kann.
Was war Ihr erster Gedanke nach der gewonnenen Stichwahl?
Direkt nach der Stichwahl habe ich das noch gar nicht so realisiert. Das ist dann erst nach ein paar Tagen gekommen – der erste Gedanke war: „Krass“.
Wie ist denn der Ist-Zustand der Gemeinde?
Ich denke es ist insgesamt, wie es auch globalpolitisch oder auch für die Kommunen in Bayern ist, eine gefühlt angespannte Situation. Dennoch geht es uns sehr gut. Das muss man sich bewahren. Wenn man sich umsieht, wie es anderen Ländern geht – glaube ich, geht es uns in Deutschland schon sehr gut. Das trifft auch für die Marktgemeinde zu: In einer gewissen Weise ist es angespannt, aber es geht uns glücklicherweise sehr gut.
Welche drei Themen haben in den ersten 100 Tagen Priorität?
Da gibt es viele Themen, die da kommen. Das Wichtigste ist erst einmal ankommen. Wie sieht es aus, was bewegt die Gemeinde, wo gibt es dringend Handlungsbedarf? Es gibt nichts wo ich sage, das muss ich unbedingt durchboxen.
Ich möchte erst einmal die Verwaltung kennenlernen. Die Verwaltung muss auch mich kennenlernen.
Wie möchten Sie Wohnraum und Bauentwicklung in Manching gestalten?
Wir brauchen Wohnraum. Wenn wir um Wirtschaft werben, müssen die dort Angestellten auch irgendwo wohnen können. Insofern müssen wir unbedingt Wohnraum schaffen. Das muss verträglich für unsere Einwohnerinnen und Einwohner aber auch naturverträglich geschehen.
Wie geht es mit Verkehr, Infrastruktur und Ortsentwicklung weiter?
Manching hat ein neues Ortszentrum bekommen. Bei der Verkehrsentwicklung müssen wir sehen, dass wir gefühlt nicht übervorteilt werden, dass sich alle auf unserem Rücken ihren Vorteil erkaufen und wir auf bayrisch gesagt nicht mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen. Und bei der Verkehrsentwicklung dürfen wir auch unsere Ortsteile nicht aus dem Blick verlieren.
Thema Familie – die Kinderbetreuung war im Wahlkampf bei allen Parteien ein Thema. Was können Sie angehen?
Da ich selbst zwei Kinder habe, die die dritte und erste Klasse besuchen, weiß ich sehr gut, was die Eltern bewegt. Im Vergleich zu anderen Kommunen sind die Krippengebühren zu hoch. Die werden wir im dritten Quartal überprüfen. Ich denke, dass wir in Hinblick auf die Familien unsere Marktgemeinde attraktiver gestalten müssen. Die Familien sollen zu uns kommen und sich auch wohlfühlen. Die Kinder sollen auch bei uns bleiben können. Wenn ich für eine Kinderkrippe sehr viel bezahle, ziehe ich vielleicht lieber in die Nachbargemeinde, wo die Betreuung beispielsweise 200 bis 300 Euro weniger kostet.
Wie sieht es bei Wirtschaft und Gewerbe aus? Vor ein zwei Wochen ist der Spatenstich zum Technologiepark vor den Toren von Airbus erfolgt. Auf dem Gebiet der ehemaligen Max-Immelmann-Kaserne soll Gewerbe angesiedelt werden – muss noch mehr passieren?
Es muss dringend mehr und schneller etwas passieren. Die Wirtschaft bringt das Geld und ohne Geld kann nicht investiert werden. Deshalb müssen wir sehen, dass sich mehr Wirtschaft schnell bei uns ansiedelt. Egal in welcher Form. Ob jetzt Großwirtschaft, Handwerk oder Mittelstand.
Wie möchten Sie die Bürger stärker beteiligen?
Durch mehr Transparenz. Die Bürger sollen sehen können, wer zum Beispiel was in der Gemeinderatssitzung gesagt hat. Wir werden auch auf Social Media mehr präsent sein. Das haben wir im Wahlkampf gemerkt, dass die Bürgerinnen und Bürger sich hier ihre Informationen holen.
Wie gehen Sie mit Kritik und unterschiedlichen Interessen um?
Kritik ist, wenn sie berechtigt und zielführend ist und auf der sachlichen Ebene ausgetragen wird, immer erwünscht. Jeder möchte keine Fehler machen, aber jeder möchte aus seinen Fehlern lernen. Und von unterschiedlichen Interessen lebt unsere Demokratie und fördern die Entwicklung. Unterschiedliche Ansichten bringen eine Sache voran, sind dienlich und zweckgemäß.
Was sollen die Bürger in fünf Jahren über Sie sagen?
Er hat sich persönlich nicht verändert. Dass ich weiter der bin, der ich bisher war und ich das hoffentlich auch bleibe. Und natürlich, der macht eine gute Arbeit und ist für uns da – versteht auch unsere Themen.
Worauf freuen Sie sich am meisten?
Dass es endlich los geht.
Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die kommende Amtszeit.
Foto: CSU Manching
