Auftakt mit dem Festival im Festival
Die Eröffnung der Literaturtage am Donnerstag, 16. April, 20 Uhr im Georgianum ist ebenfalls Auftakt für das Festival im Festival, gestaltet von dem aktuellen Marieluise-Fleißer-Preisträger Jonas Lüscher. Am ersten Abend liest Raphaëlle Red aus ihrem Debütroman „Adikou“. Es ist eine Road-Novel über die Phantome der Vergangenheit, über Scham und über Wut und darüber, was es bedeutet, bei sich zu sein. Der Titel des Werkes ist auch der Name der Protagonistin, Adikou. Auf einer Reise entlang der westafrikanischen Küste bis in die USA sucht sie nach einem Platz in der Geschichte – und schafft sich ein Erbe aus Schlangenhäuten, Skylines und stickigen Nächten.
Es folgen drei weitere Lesungen im Rahmen des Festivals im Festival, die jeweils um 20 Uhr beginnen und im Georgianum stattfinden: Daniela Dröscher „Der falsche Japaner“ (Freitag, 17. April), Laura Freudenthaler „Iris“ (Samstag, 18. April) und Mina Hava „Für Seka“ (Sonntag, 19. April).
17 Jahre nach der Erstausgabe erscheint nun Daniela Dröschers Debüt „Die Lichter des George Psalmanazar“ unter dem Titel „Der falsche Japaner“ neu. Ein guter Moment für Jonas Lüscher, um mit der Autorin über ihre Entwicklung als Schriftstellerin zu sprechen und einen neuen Blick auf ihren George Psalmanazar, den falschen Japaner, zu werfen.
Jonas Lüscher beschreibt Laura Freudenthaler nicht nur als eine große Stilistin, sondern in gewisser Weise eine Unbeugsame, die ganz unzeitgemäß ihr Projekt verfolgt, nämlich das Schreiben als Lebensform zu vollziehen. Sperrig und doch dünnhäutig und von großer Ernsthaftigkeit ist ihre Literatur. In „Iris“ beschreibt sie, was es für eine Frau bedeutet, dass Erfahrungen in ihre Körper eingeschrieben sind, über Generationen und Jahrhunderte hinweg.
Mina Havas‘ Debüt „Für Seka“ ist für Jonas Lüscher eine Entdeckung. Eine ebenso souveräne wie eigenwillige Montage aus Erinnertem und Erforschtem, ein dichtes Gewebe aus Privatem und Politischem, aus Erlebtem und Erlesenem. Ein dringlicher Text, der davon erzählt, wie Seka mit Anfang zwanzig nach den Spuren ihrer zerbrochenen Familie und ihres bisherigen Lebens sucht.
Aus Anlass des 125. Geburtstages der beiden literarischen Größen Marieluise Fleißer und Ödön von Horváth, die sich zu Lebzeiten wohl nie begegnet sind, holen die Marieluise-Fleißer-Gesellschaft, die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft und das Marieluise-Fleißer-Haus das jetzt im Rahmen der Literaturtage nach: durch eine gemeinsame Musikalische Lesung mit dem Titel „Endlich! Fleißer trifft Horváth!“ (Montag, 20.4., 20 Uhr, Altstadttheater). Es lesen Ingrid Cannonier und Michael Grimm, die musikalische Gestaltung übernehmen Carola Schlagbauer, Werner Breuer und Franz Schlagbauer.
Ebenso bedeutend ist die Förderung des Nachwuchses. Viele Jahre schon gibt es den Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler und dieses Jahr ließen die jungen Literatinnen und Literaten zum Thema „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ihren Gedanken freien Lauf. Man darf gespannt sein, wer sich bei der Preisverleihung des Schreibwettbewerbs (Freitag, 17. April, 16 Uhr) in der Hauptstelle der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt über eine Prämierung freuen kann.
Im Rahmen der Ingolstädter Literaturtage stehen folgende Workshops auf dem Programm:
Los geht es mit dem Workshop zum Thema „Kreatives Schreiben“. Wie werden Bilder in Geschichten verwandelt? Wie findet man einen Anfang und ein Ende? Welche Welten interessieren? In dem Workshop kreatives Schreiben erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Literatur aus einer anderen Perspektive und machen sich mit verschiedenen kreativen Schreibmethoden und Impulsen aus der Gruppe auf die Suche nach dem literarischen Ich.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Termine:
Samstag, 18. April, 10 Uhr, Stadttheater
Zielgruppe: Kinder ab 9 Jahren
Samstag,18. April, 12 Uhr, Stadttheater
Zielgruppe: Erwachsene ab 16 Jahren
Anmeldung unter: theatervermittlung@ingolstadt.de
Veranstalter: Stadttheater Ingolstadt
Weiter geht es mit einem Workshop zur Inszenierung des Theaterstücks „Sterntagebücher“: Lesen, hören, hörbar machen
Wie wird ein Buch zum Hörbuch? Welche Stellen sind dafür besonders interessant? Welche Geräusche kann man nutzen, und wie soll die Stimme klingen, um einzelne Elemente zu vertonen oder eine bestimmte Wirkung zu erzeugen?
In diesem Workshop setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer damit auseinander, die Stimmung bestimmter Szenen von „Sterntagebücher“ hörbar zu machen. Sie lesen, hören und werden kreativ mit Texten und Geräuschen!
Die Teilnahme ist kostenlos.
Termin:
Sonntag, 26. April, von 16 bis 18 Uhr, Stadttheater
Karten für die anschließende Vorstellung „Sterntagebücher“ können über die Theaterkasse erworben werden.
Anmeldung unter: theatervermittlung@ingolstadt.de
Veranstalter: Stadttheater Ingolstadt
Tickets gibt es im Westpark Ingolstadt sowie über Ticket Regional (www.ticket-regional.de).
Weitere Informationen: www.kulturamt-ingolstadt.de/literaturtage
Foto: Archiv IN-direkt
Pressestelle Stadt Ingolstadt

