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14-Jähriger fotografiert 5000 Lichtjahre weit ins All

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Mit viel Geduld, technischem Können und einem Blick für die Schönheit des Nachthimmels ist dem 14-jährigen Kilian Harvolk aus Ingolstadt eine besondere Aufnahme gelungen: Aus dem eigenen Garten heraus fotografierte er den Rosettennebel – eine Sternentstehungsregion in rund 5000 Lichtjahren Entfernung.

Wenn andere längst schlafen, beginnt für Kilian Harvolk oft der spannendste Teil des Tages. Der 14-Jährige aus Ingolstadt richtet in klaren Nächten seine Kamera in den Himmel und hält fest, was mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. Jetzt ist ihm dabei eine besonders eindrucksvolle Aufnahme gelungen: der Rosettennebel, eine weit entfernte Sternentstehungsregion im All.

Entstanden ist das Bild direkt im heimischen Garten in Ingolstadt – ohne Sternwarte, aber mit viel Geduld, eigener Ausrüstung und einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera. Mehr als vier Stunden Belichtungszeit waren nötig, um die feinen Gasstrukturen des Nebels sichtbar zu machen.

Dass diese Aufnahme mitten in der Stadt gelang, macht sie umso bemerkenswerter. Denn gerade in urbanen Gebieten erschwert künstliches Licht den Blick auf schwache Objekte am Nachthimmel erheblich. Trotzdem ist es Kilian gelungen, die zarten Strukturen des Rosettennebels einzufangen.

Die Begeisterung für das Universum begleitet ihn schon seit seiner Kindheit. Intensiver mit Astronomie und Astrofotografie beschäftigt er sich allerdings erst seit knapp einem Jahr. Seitdem hat er sich nach und nach in die Technik eingearbeitet und sich das nötige Wissen angeeignet.

Auslöser war ein besonderer Moment Anfang 2025. In einer klaren Nacht blickte Kilian in den Himmel und entdeckte ein Sternenmeer, das ihn nicht mehr losließ. Die Sterne hätten „wie Diamanten“ gefunkelt, erzählt er. Dieser Augenblick habe sich so tief eingeprägt, dass er am liebsten die ganze Nacht draußen geblieben wäre. Wenige Wochen später entdeckte er die Astrofotografie für sich, um solche Momente festhalten zu können.

Was ihn bis heute daran fasziniert, ist nicht nur die Schönheit des Himmels, sondern auch die Vorstellung, mit jeder Aufnahme ein Stück Vergangenheit sichtbar zu machen. Denn wer ins All blickt, schaut immer auch zurück in der Zeit. Das Licht des Rosettennebels war rund 5000 Jahre unterwegs, bevor es in Ingolstadt auf den Sensor seiner Kamera traf.

Neben dem fertigen Bild zeigt auch ein Foto seines Aufbaus im Garten, wie viel Einsatz und Leidenschaft hinter dem Hobby des jungen Ingolstädters steckt. Seine Aufnahmen beweisen, dass es für den Blick in die Weite des Universums nicht unbedingt eine Sternwarte braucht – manchmal reicht dafür auch ein Garten, eine klare Nacht und die Begeisterung eines 14-Jährigen.

Fotos: Kilian Harvolk

Ein besonderer Dank geht an Kilian Harvolk, der uns mit seinen Aufnahmen einen faszinierenden Blick ins Universum ermöglicht hat.

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