Bauerngerätemuseum startet mit „Alles Huhn oder was?“ in die Saison
Wo früher Vieh stand, ist heute Kunst zu sehen: Mit der Ausstellung „Alles Huhn oder was?“ hat das Bauerngerätemuseum am 27. März seine Saison 2026 eröffnet. Museumsleiterin Dr. Stephanie Righetti-Templer begrüßte die Gäste zur Vernissage und verwies zugleich auf das breite kulturelle Programm, das das Museum auch in diesem Jahr wieder bietet.
In seinem Grußwort betonte Kulturreferent Marc Grandmontagne die lange Tradition von Ausstellungen an diesem besonderen Ort und machte deutlich, dass Kunst auch in einem ehemaligen Stall und damit an einem bewusst bodenständigen Ort eindrucksvoll erlebbar sein kann. Zugleich sprach er die angespannte Haushaltslage der Stadt an, die beispielhaft für viele Kommunen sei. Diese habe auch strukturelle Ursachen und führe dazu, dass gerade bei Kultureinrichtungen, Schulen und Sportstätten massiv gespart, gekürzt oder im schlimmsten Fall sogar geschlossen werden müsse. Dabei seien solche Einrichtungen für das Gemeinwesen unverzichtbar – nicht nur unter gesundheitlichen und sozialen Aspekten, sondern auch für das Selbstverständnis einer Stadt.



Grandmontagne appellierte deshalb an die Bürger, sich einzubringen und ihre Anliegen klar zu formulieren. „Es ist Ihre Stadt“, sagte er und ermunterte die Besucher, Politik und Verwaltung immer wieder deutlich zu machen, wie wichtig Kunst und Kultur gerade in schwierigen Zeiten sind – sei es, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sei es, um Abstand vom belastenden Alltag zu gewinnen. Zugleich betonte er, wie intensiv Politik und Verwaltung darum ringen, den schwierigen Spagat zwischen Sparzwang und dem Erhalt einer lebendigen Stadt zu bewältigen.
Christina Diederichs, Leiterin des Amts für Kulturverwaltung, führte in die Ausstellung der vielseitigen Künstlerin Lissi Jung ein. Sie hob hervor, dass die gezeigten Arbeiten nicht nur die Nähe der Künstlerin zu den Tieren erkennen lassen, sondern auch ihre große künstlerische Bandbreite. Jung gehe es nicht um bloße Abbildung. Vielmehr sei sie eine genaue Beobachterin, die mit expressivem Pinselduktus sowie mit humorvollem und zugleich scharfem Blick eindrucksvolle Tier-Mensch-Konstellationen in Szene setze. In ihren Werken würden Tiere zu Spiegelbildern menschlichen Verhaltens, zugleich sprächen die Bilder aber auch von Zuneigung und Bewunderung für das Tier.



Anschließend lud Lissi Jung die Gäste zu einem Rundgang durch die Ausstellung mit groß- und kleinformatigen Arbeiten ein. Dabei eröffnen ihre Bilder neue Perspektiven auf die Tierwelt und regen zugleich dazu an, den menschlichen Umgang mit ihr kritisch zu hinterfragen.
Die Ausstellung „Alles Huhn oder was?“ ist vom 28. März bis 31. Oktober 2026 im Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell zu sehen. Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.
(HaGa)

