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Wenn Jazz Schule macht

Für Teilhabe und Nachwuchsarbeit ist Young Jazz aus Ingolstadt für den Deutschen Jazzpreis 2026 nominiert. 

Die Nominierung für den Deutschen Jazzpreis 2026 ist für die Ingolstädter Jazztage ein großer Erfolg. Der Preis würdigt außergewöhnliche künstlerische und innovative Leistungen und zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen der deutschen Jazzszene. Die Nominierung des Projekts Young Jazz, eines Ingolstädter Vermittlungsprogramms in der Kategorie Musikvermittlung und Teilhabe, bringt bundesweite Aufmerksamkeit und bestätigt seine fachliche Relevanz. Gewürdigt wird damit eine über Jahre aufgebaute und konsequent weiterentwickelte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Young Jazz setzt nicht auf reine Konzertvermittlung, sondern auf aktive Beteiligung. Kinder und Jugendliche sollen Jazz selbst erleben, ausprobieren und mitgestalten. Aus dem früheren Format „Jazz an den Schulen“ ist ein breiteres Programmspektrum entstanden. Dazu gehören „Jazz for Kids“ für jüngere Kinder, „Brass in Class“ für Mittelschüler, die „Young Jazz Session“ sowie dreitägige Schulworkshops. Nach den vorliegenden Angaben nahmen 2025 insgesamt 75 Schülerinnen und Schüler an diesen Workshops teil. Im Mittelpunkt stehen gemeinsames Musizieren, Improvisieren und unmittelbare musikalische Erfahrung.

Joey Finger prägt die Jugendarbeit des Programms wesentlich. Sein Ansatz besteht darin, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen und sie aktiv einzubeziehen. Ziel ist es nicht nur Interesse am Jazz zu wecken, sondern Freude an Musik überhaupt zu vermitteln. Entscheidend ist dabei, dass Young Jazz bewusst unterschiedliche Schularten einbezieht. Erstmals gibt es auch Angebote an einer Förderschule. Hinzu kommt ein Format für die 5. und 6. Klassen der Mittelschule. Damit richtet sich das Programm ausdrücklich nicht nur an kulturnahe Milieus, sondern an junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen.

Auch Matthias Neuburger, Projektleiter der Ingolstädter Jazztage, verbindet mit Young Jazz diesen Anspruch. Das Programm versteht sich als Angebot echter Teilhabe und orientiert sich am Gedanken der Community Music. Jazz soll nicht exklusiv bleiben, sondern möglichst viele junge Menschen erreichen. Die besondere Qualität des Projekts liegt in einer zeitgemäßen, internationalen Form der Jazzvermittlung, bei der künstlerische und pädagogische Qualität untrennbar mit dem gemeinsamen Entdecken verbunden sind.

Die Nominierung für den Deutschen Jazzpreis macht sichtbar, dass in Ingolstadt Jazz nicht nur gespielt, sondern an die nächste Generation ideenreich weitergegeben wird.

Foto: Archiv Pressegespräch IN-direkt-Jazztage

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