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Ein neues Stück Stadt – Ortstermin an der Stinnesstraße mit der GWG

Beim exklusiven Rundgang für IN-direkt durch das neue Wohnquartier an der Stinnesstraße im Nordwesten von Ingolstadt wird schnell klar: Hier wächst nicht einfach Wohnraum in die Höhe, sondern ein Stück Stadt. Bianca Stein, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit bei der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt (GWG), und deren technischer Leiter, Architekt Jörg Koch, führen durch sieben Neubauten mit insgesamt 204 Wohnungen. Seit Dezember 2025 werden die Häuser nach und nach bezogen – ein Projekt, das architektonische Haltung, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Realität zusammenbringen soll.

Architektur mit System

Sieben Gebäude auf 1,1 Hektar – kein kleines Vorhaben und umso mehr eines mit klarem Anspruch: attraktives, bezahlbares Wohnen auf begrenztem Raum. Baubeginn war im April 2023. Vorausgegangen war bereits 2020 eine ungewöhnliche Inspirationsreise: Verantwortliche der GWG besichtigten bundesweit beispielhafte Projekte für nachhaltigen Wohnungsbau.

Vier Architekturbüros lieferten anschließend erste Entwürfe, ab dieser Phase übernahm dann ein einzelnes Büro die Gesamtplanung mit dem Ziel, Synergien bei Kosten, Detailplanung und Bauablauf zu nutzen. Das Gesamtbudget für die sieben GWG-Häuser liegt bei rund 87 Millionen Euro inklusive Grundstückskosten. Die Architektur bleibt trotz der vier- bis sechseckigen Hausgrundrisse insgesamt ruhig und klar – auch wenn einzelne Details Gesprächsstoff liefern dürften: eine einzelne Fassade in zwei Rosatönen oder die mintgrüne Farbe mancher Badfliesen.

Sechs der sieben Gebäude entstanden in Hybridbauweise: ein Stahlbetonkern, kombiniert mit Holzfassaden. Technisch erfüllen sie den KfW-55-Standard. Auf den Dächern arbeiten Luft-Luft-Wärmepumpen, das Brauchwasser wird pro Haus vorgewärmt und über die einzelnen Wohnungsstationen mit Photovoltaikunterstützung weiter erhitzt. Noch immer arbeiten zwischen 75 und 100 Handwerker verschiedener Firmen auf der Baustelle – und so koordiniert, dass sie sich nicht gegenseitig behindern.

Wohnen für viele Lebenslagen

Die 204 Wohnungen richten sich bewusst an unterschiedliche Einkommensgruppen. Die Nettokaltmieten liegen dank der staatlichen Förderung zwischen 5,70 und 10 Euro pro Quadratmeter. Bei der Vergabe achtete die GWG zugleich auf eine möglichst vielfältige Mischung der Bewohner. Bianca Stein betont, dass viele Interessierte ihre Chancen zunächst unterschätzt hätten: die Einkommensgrenzen für einen Wohnberechtigungsschein liegen tatsächlich oft höher als gedacht.

Alle Wohnungen sind barrierefrei, etliche auch rollstuhlgerecht. Stellplätze entstehen im Verhältnis von 0,5 pro Wohnung, teilweise in Tiefgaragen – für monatlich 55 Euro. Die privaten Erdgeschossgärten bleiben bewusst kompakt und werden durch Hecken unauffällig von den gemeinschaftlichen Grünflächen getrennt.

Details für den Alltag

Architektonische Qualität zeigt sich oft im Detail. In einem Haus etwa schafft ein sogenanntes Scherentreppenhaus mit gegenläufigem Grundriss eine effiziente Flächennutzung und zugleich einen zweiten Fluchtweg. Auch die Wohnungen wirken überraschend großzügig. Große Fensterflächen lassen viel Licht herein und geben den Räumen eine offene Atmosphäre. Beim Rundgang wird deutlich: Hier geht es weniger um spektakuläre Architekturgesten als um funktionierende Räume für den Alltag.

Noch ist das Quartier nicht ganz fertig. Verzögerungen im Bauablauf haben dazu geführt, dass die Außenanlagen erst in diesem Frühjahr starten und es wohl bis in den Herbst dauert. Der Quartiersspielplatz im Osten wird erst im Sommer von der Stadt gebaut. Im Westen bietet der benachbarte Piuspark bereits heute einen großzügigen Freiraum für die neuen Bewohner.

„Wer baut, trägt Verantwortung.“ Das Online-Motto der GWG ist nicht nur Slogan, sondern definitiv auch Arbeitsauftrag.

Fotos: Hartmann-IN-direkt

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