Vorhang auf für den Umbruch im Theater

Im „Holztheater“ beginnt eine Spielzeit voller Veränderungen

Am 31. Mai 2026 fällt im Stadttheater zum letzten Mal der Vorhang. Im September beginnt nicht nur die neue Theatersaison: Dann wird das Theater am Glacis – oder, wie es im allgemeinen Sprachgebrauch heißt, das Holztheater – für die nächsten Jahre die Spielstätten mitten im Herzen der Stadt ersetzen. Damit sind tiefgreifende Veränderungen verbunden, nicht nur im Produktionsablauf, weil die Arbeitsorte auf mehrere Standorte verteilt werden, sondern auch im Spielbetrieb selbst. In der Interimsstätte wird sich auch das Publikum von manchen liebgewonnenen Gewohnheiten verabschieden müssen; einiges wird sich erst einspielen. Doch das Theater stellt sich diesen Herausforderungen und bleibt auf bewährte Weise erfinderisch. Was tatsächlich realisiert werden kann, hängt nicht zuletzt – wie bei vielen Unternehmungen in Ingolstadt – von der finanziellen Situation ab. Dennoch wird alles darangesetzt, auch das Holztheater als lebendigen und einladenden Ort zu etablieren, an dem sich das Publikum gerne aufhält.

Bevor Oliver Brunner gemeinsam mit seinem Team das Programm der neuen Spielzeit vorstellte, zitierte der Intendant aus dem Positionspapier des Deutschen Städtetags zur Sanierung von Kulturbauten.

Der Deutsche Städtetag betont darin die Bedeutung von Kulturbauten als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie seien weit mehr als bloße Veranstaltungsorte: nämlich Orte der Begegnung, der Bildung und des gesellschaftlichen Diskurses und damit unverzichtbar für den Zusammenhalt in den Städten. Zugleich prägen sie, gerade wenn es sich um historische oder denkmalgeschützte Gebäude handelt, das Stadtbild und die Identität einer Kommune. Darüber hinaus hebt das Papier ihre wirtschaftliche und städtebauliche Bedeutung hervor, weil sie Innenstädte beleben, Besucher anziehen und als wichtiger Standortfaktor gelten. Mit der Schließung maroder Häuser gingen daher nicht nur Kulturorte verloren, sie würde auch Leerstand und Verödung in den Zentren Vorschub leisten.

Inhaltlich kreist die kommende Saison in einer Zeit des Umbruchs um die Geschichten der Menschen und ihre Beziehungen. Das Jugendtheater wird künftig an unterschiedlichen Orten spielen: nicht nur im Studio und im Kleinen Haus, sondern ebenso im Altstadttheater und direkt in Schulklassen. Die Stadtdramaturgie setzt weiterhin auf neue Begegnungen und unterschiedliche Perspektiven auf die Stadtgesellschaft. Ergänzt wird dies durch das neue Format „Stadtkantine“: Leerstände sollen dabei vorübergehend zu Treffpunkten in der Stadt werden und Raum für Austausch, Begegnung und Diskussion schaffen.

„Pack ma’s“ – mit diesem Motto stellt sich das gesamte Team den bevorstehenden Herausforderungen und Unwägbarkeiten.

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