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Schulbau und Sporthallen in Ingolstadt: Viel Bedarf, wenig Planungssicherheit

Im Kulturausschuss stand ein Sachstandsbericht zu den Schulbaumaßnahmen auf der Tagesordnung. Dabei wurde deutlich, dass einige Projekte bereits weit fortgeschritten sind, andere aber wegen der Haushaltslage gestoppt wurden oder keinen verlässlichen Terminplan haben. Zugleich schilderte die Verwaltung erhebliche Belastungen durch den Zustand bestehender Schul- und Sportgebäude.

Zu den Vorhaben auf der Zielgeraden zählt nach Darstellung der Verwaltung die Grundschule Haunwöhr. Dort laufen im Altbau noch Arbeiten im Inneren, darunter Brandschutzputz und Innenausbau. Außen seien Baumeister- und Fassadenarbeiten bereits abgeschlossen, auch an den Dächern werde noch gearbeitet. Offen ist allerdings weiterhin, wie der Ganztagsbetrieb dort künftig organisiert werden soll. In der Sitzung hieß es, entschieden sei bislang nur, dass keine Krippe eingerichtet werde. Über das konkrete Modell werde noch gesprochen.

Auch an der Lessingschule steht nach Angaben der Verwaltung die Fertigstellung bevor. Im Gebäude laufen noch Restarbeiten, unter anderem im Innenbereich. Der Umzug soll zum neuen Schuljahr stattfinden. Beim vorgesehenen Sportbau gibt es dagegen weiterhin keine belastbare Zeitschiene. Eine Ausschreibung könne erst erfolgen, wenn die Finanzierung geklärt sei. Bis dahin müssen die Schüler für den Sportunterricht weiter auf andere Sportstätten ausweichen.

Weniger weit ist die Stadt bei anderen Projekten. Das Vorhaben in Hundszell wurde in der Sitzung ausdrücklich als gestoppt bezeichnet. Vorgesehen seien dort nur noch Maßnahmen, um die Außenfassade vor Feuchtigkeit und Frost zu schützen. Auch bei der Grundschule Ringsee ist die Lage angespannt. Zwar laufen Planung und Bauantrag, der ursprünglich vorgesehene Baubeginn ist nach Angaben der Verwaltung jedoch nicht mehr haltbar. In der Sitzung wurde von einer Verschiebung um etwa ein Jahr gesprochen.

Besonders priorisiert sind laut Verwaltung derzeit die Grundschule Ringsee und eine Ersatzmaßnahme in Unsernherrn. Dort sollen Container umgesetzt werden. Vorbereitet werden den Angaben zufolge unter anderem Projektgenehmigung, Fundamentierung, Erschließung und Baugenehmigung. Für das Vorhaben wurde eine Größenordnung von rund einer halben Million Euro genannt. Zugleich wurde klargestellt, dass eine Sprengeländerung erst möglich sei, wenn die Erweiterung der Grundschule Unsernherrn umgesetzt ist.

Auch aus dem Ausschuss kam deutliche Kritik an den Verzögerungen. Raimund Reibenspieß (Freie Wähler) warnte, dass sich der Mangel an Lehrkräften und der Druck auf die Raumkapazitäten im Grundschulbereich weiter verschärfen könnten. Umso wichtiger sei es, dass die Stadt bei den Schulprojekten schnell handlungsfähig werde.

Mehrfach wurde im Ausschuss betont, dass Schulbauprojekte für die Stadt höchste Priorität haben. Gleichzeitig machte die Verwaltung deutlich, dass viele weitere Schritte von der Haushaltslage und der Genehmigung geplanter Investitionen abhängen. In der Sitzung wurde dabei ausdrücklich auf die Regierung von Oberbayern verwiesen, von deren Rückmeldung die weitere Planung mit abhänge.

Neben den eigentlichen Schulbaumaßnahmen rückte auch der Zustand mehrerer Sporthallen in den Fokus. Für die Paul-Wegmann-Halle wurde von statischen Problemen berichtet. Ein Glasvordach sei bereits abgebaut worden, weitere Sanierungsmaßnahmen stünden an. Auch eine erneute Sperrung der Halle während der Arbeiten wurde angekündigt. In der Turnhalle Oberhaunstadt sei die Abhangdecke nach Einschätzung eines Statikers nicht standsicher, weshalb die Halle geschlossen wurde. Als Kostenrahmen für die Maßnahme wurden etwa 600.000 Euro genannt. Zudem wurde in der Sitzung ein undichtes Dach an der Bezirkssportanlage Nordwest angesprochen.

Der Zustand der Hallen wurde von der Verwaltung in einen größeren Zusammenhang gestellt. Mehrere Gebäude seien alt, an vielen Stellen träten neue Mängel auf. Zugleich verwies die Stadt auf lange Vorläufe bei Planung und Finanzierung. Auch die personelle Belastung innerhalb der Verwaltung wurde ungewöhnlich offen benannt. Die beteiligten Ämter stünden stark unter Druck, hieß es in der Sitzung.

Die Sitzung zeigte vor allem, wie groß der Handlungsdruck im Schulbereich inzwischen ist. Gleichzeitig fehlen bei mehreren Projekten verlässliche Perspektiven, solange Finanzierung und Genehmigungen nicht geklärt sind.

Für Schulen, Eltern und Schüler heißt das vorerst: Manche Projekte kommen voran, bei anderen bleibt die Unsicherheit.

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