Der neue Baureferent Matthias Franz setzt auf klare Prioritäten und schlankere Abläufe. Bei seiner offiziellen Vorstellung machte Oberbürgermeister Dr. Michael Kern zugleich deutlich, unter welchem Druck die Stadt steht: Die finanziellen Spielräume werden enger, die Umsetzung kommunaler Bauprojekte schwieriger. Künftig werde stärker priorisiert werden müssen.
Franz selbst ist nach eigenen Worten seit rund vier Wochen im Amt und hat diese Zeit genutzt, um sich einen Überblick über Referat, Mitarbeiter und laufende Projekte zu verschaffen. Dabei habe er im Haus viel Fachwissen, Erfahrung und Engagement vorgefunden. Gleichzeitig sieht er internen Handlungsbedarf. Dort, wo die Stadt selbst Einfluss nehmen kann, sollen Prozesse gestrafft, Zuständigkeiten klarer geregelt und Strukturen effizienter werden. Schlanke Abläufe seien nicht nur schneller, sondern auch weniger fehleranfällig.
Besonders im Blick hat Franz den Schulbau. Als eines der wichtigsten Aufgabenfelder der kommenden Jahre steht er nach seiner Einschätzung im Zentrum des Referats. Bei einem Besuch der Lessing-Grundschule habe er gesehen, welchen Standard moderne Schulgebäude inzwischen erreichen. Die eigentliche Herausforderung sei nun, diese Qualität auch unter schwierigeren finanziellen Bedingungen und mit kleineren Budgets zu halten. Als wichtiges laufendes Vorhaben nannte er zudem die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Haunwöhr.
Auch mit dem Museum für Konkrete Kunst und Design hat sich Franz bereits befasst. Das Gebäude bezeichnete er als architektonisch beeindruckend. Trotz der grundsätzlichen Risiken, die jedes große Bauvorhaben mit sich bringe, zeigte er sich zuversichtlich, dass das Projekt gut weiterlaufen könne.
Im Straßenbau laufen nach seinen Angaben mehrere größere Maßnahmen, darunter die Asamstraße, die Schillerbrücke und der Schneller Weg. Den dringendsten Handlungsbedarf sieht Franz derzeit bei der Südlichen Ringstraße. Der Zustand der Straße sei offenkundig. Die Finanzierung werde derzeit gemeinsam mit dem Finanzreferat vorbereitet, zugleich seien die Planungen bereits so weit, dass nach einer Entscheidung zügig begonnen werden könne.
Im Hochbau zählt Franz die Sanierung der Hauptfeuerwache zu den priorisierten Projekten. Hinzu kommen Containerlösungen für Schulen, weil geplante Erweiterungen und Neubauten zunächst zurückgestellt wurden. Mit Blick auf die kommenden Jahre rücken außerdem das Rosnergelände als wichtiger Schulstandort und das Technische Rathaus in den Fokus. Letzteres müsse dringend saniert werden und sei für die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung von zentraler Bedeutung.
Für die anstehenden Entscheidungen formulierte Franz zwei klare Maßstäbe: Sicherheit und Substanzerhalt. An ihnen werde sich orientieren müssen, welche Projekte in den kommenden Jahren Vorrang haben.

