„Der Filmjunkie“ Stegmayr lockt mit Nostalgie und fesselnder Spannung

Cineasten und Menschen, die Thriller mit überraschenden Twists lieben, sind bei Rainer Stegmayrs Buch „Der Filmjunkie“ genau richtig. Die Leidenschaft des Autors für Filme der 80er- und 90er-Jahre ist ein wesentlicher Motor für den Plot seines Erstlingswerks: Auf knapp 400 Seiten begegnet man Motiven aus „Indiana Jones“, „Zurück in die Zukunft“ und „Star Wars“, aber auch aus weniger bekannten Filmen.
Bei vielen Lesern werden Erinnerungen wach, bei Jüngeren weckt das vielleicht Neugier auf diese Klassiker. Überhaupt öffnet Stegmayr vor allem jungen Menschen eine Retrowelt aus Videotheken, ersten Avataren und einer florierenden Kinokultur, die viele nicht einmal mehr vom Hörensagen kennen. Und das ist ihm wichtig: Neben einer sehr spannenden – darin sind sich alle Rezensenten einig – Geschichte vermittelt er auch das Lebensgefühl dieser Zeit aus der Sicht eines 16-jährigen Protagonisten und seiner Freunde.
In der Story gibt es zwei Stränge: die Coming-of-Age-Geschichte dieser Clique – wohl die aufregendste Zeit ihres jungen Lebens. Gleichzeitig verbreitet ein Serienmörder Schrecken und wird von einem Kommissar gejagt. Und natürlich, wie könnte es anders sein, steuern beide Erzählungen aufeinander zu und verweben sich, bis es nach mehreren Wendungen zu einem ungeahnten Ende kommt. Ungeahnt, weil – so Stegmayr – bislang noch niemand unter den Lesern auf die richtige Spur gekommen ist. Neben der Begeisterung für einen Thriller mit vielen Twists schätzen es viele, in der Geschichte immer wieder auf Motive bekannter Filme zu treffen.

Dieser Leidenschaft und der Isolation während der Corona-Zeit ist es letztlich zu verdanken, dass Stegmayr die entschleunigte Phase als kreative Hochphase nutzte und mit seinem ersten Buch begann. Auch wenn die Geschichte nur so sprudelte, brauchte es drei Jahre bis zur Fertigstellung. Als er sah, wie begeistert seine Testleser waren, traute er sich, das Buch öffentlich vorzustellen – und der Kreis der Fans wurde immer größer. Inzwischen ist sein zweites Buch, das direkt an das erste anschließt, ebenfalls im Probedruck, und der junge Autor freut sich, dass er dabei aus den Fehlern seines Erstlings lernen konnte. Mit diesen beiden Bänden ist die Geschichte um den Filmjunkie eigentlich abgeschlossen – auch wenn er sich einen kleinen Hinterausgang offengelassen hat, für den Fall, dass er doch noch an der Story weiterarbeiten möchte. Im Moment  hat er jedoch bereits andere Pläne: weitere Geschichten, die unbedingt erzählt werden sollen.

Foto: Stegmayr-privat

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