Internationaler Tag der Muttersprache

Vielfalt der Sprachen als Stärke unserer Stadt 

Bereits seit 26 Jahren weist die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation) darauf hin, dass Sprachen nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Träger von Geschichte, Identität und kulturellem Erbe sind. Weltweit sind zahlreiche Sprachen vom Verschwinden bedroht – nach UNESCO-Schätzungen sind dies etwa 40 Prozent der rund 7.000 weltweit gesprochenen Sprachen. 

Der Internationale Tag der Muttersprache am 21. Februar bietet Anlass, die sprachliche Vielfalt sichtbar zu machen und ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu setzen.

In Ingolstadt leben zahlreiche Menschen mit Migrationsbiografie. Mehr als 120 verschiedene Sprachen werden in unserer Stadt gesprochen. Die Stadt Ingolstadt nimmt diesen internationalen Gedenktag als Anlass, auf ihre Aktivitäten zur Förderung der Mehrsprachigkeit aufmerksam zu machen. Im Rahmen ihrer Integrationsarbeit engagieren sich beispielsweise der Migrationsrat, die Integrationsbeauftragte, Kulturvereine, die Stadtbücherei und zahlreiche weitere Ämter und Sachgebiete zum Thema Mehrsprachigkeit von Kindern und Jugendlichen und dem Umgang mit Mehrsprachigkeit in Familien. 
Chancengleichheit, kulturelle Teilhabe und gegenseitiger Respekt stehen hierbei im Vordergrund. 

Gerade für Kinder und Jugendliche ist die Förderung der Erstsprache eine wichtige Grundlage für den erfolgreichen Erwerb weiterer Sprachen. Mehrsprachigkeit ist eine wertvolle Ressource in Schulen, im Berufsleben und im täglichen Miteinander.
„Diese Mehrsprachigkeit ist ein großer Reichtum für das Zusammenleben in unserer Stadt, da Sprache weit mehr als ein Kommunikationsmittel ist. Insbesondere die Muttersprache besitzt eine große Bedeutung für unsere Identität, unsere Kultur und die Gemeinschaft. Die Wertschätzung und Anerkennung von Muttersprachen stärkt das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen und ist wichtig für den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt“, erklärt die Integrationsbeauftragte Ingrid Gumplinger und ergänzt: „Wir freuen uns, wenn es uns gelingt, diesen Tag als Impuls zu nutzen, um Offenheit für andere Sprachen und Kulturen zu signalisieren und zu zeigen, dass die Vielfalt Ingolstadts unsere gemeinsame Stärke ist.“ 

Ausdruck der gelebten Sprachenvielfalt in Ingolstadt ist die Beteiligung von Kulturvereinen in Stadtbücherei und Bürgerhaus bei der ehrenamtlichen Sprach- und Leseförderung, die sich auch auf den Erwerb der deutschen Zweitsprache bei Kindern positiv auswirkt.

In der Stadtbücherei führen seit Jahren Mitglieder der folgenden Kulturvereine monatlich das „Muttersprachliche Vorlesen“ in der Landessprache durch:
Asociacion Latinoamericana (Spanisch), Petöfi Kör (Ungarisch), Spazio Italia (Italienisch), Mozaik (Türkisch), Rumänischer Freundeskreis (Rumänisch). 

Alle Termine des „Muttersprachlichen Vorlesens“ sind auf der Seite der Stadtbücherei bei den Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche zu finden:
https://www.ingolstadt.de/Kultur/Bildung-Wissenschaft/Stadtbücherei/Veranstaltungen-der-Bücherei/

Auch im Bürgerhaus wird die sprachliche Vielfalt Ingolstadts aktiv gelebt. Hier gibt es vielfältige muttersprachliche und mehrsprachige Angebote für Kinder, die fast ausschließlich von Ehrenamtlichen gestaltet werden und einen niederschwelligen Zugang zu früher sprachlicher und kultureller Bildung ermöglichen.
Dazu zählen unter anderem eine japanische Spielgruppe sowie beispielhaft Angebote in Spanisch, Katalanisch, Russisch oder Urdu. Diese frühen Sprach- und Begegnungsangebote stärken nicht nur die sprachlichen Kompetenzen der Kinder, sondern fördern auch ihre soziale Entwicklung und den Austausch zwischen den Familien. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit und unterstützen zugleich den erfolgreichen Erwerb weiterer Sprachen.

Weitere Informationen zu den Angeboten im Bürgerhaus sind unter www.buergerhaus-ingolstadt.de abrufbar.

Pressestelle/Stadt Ingolstadt

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