Inklusionsrat tagte zum letzten Mal vor der Kommunalwahl
Unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Petra Kleine tagte der Inklusionsrat am Dienstag, 3. Februar zum letzten Mal vor der Kommunalwahl in der aktuellen Besetzung.
Seit seiner Konstituierung im Oktober 2022 hat das Gremium gemeinsam mit sieben engagierten Arbeitskreisen kontinuierlich, konstruktiv und mit großer Sachkenntnis daran gearbeitet, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sowie die Barrierefreiheit in Ingolstadt nachhaltig zu stärken. In dieser Zeit ist ein breites Netzwerk entstanden, das Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Betroffene eng miteinander verbindet und als wichtige Stimme für eine inklusive Stadtgesellschaft wirkt. Die Mitglieder des Fachgremiums wurden vom Stadtrat ernannt und bestehen aus Experten in eigener Sache, Vertretern von Behinderten- und Selbsthilfeorganisationen, Stadträtinnen und Stadträten und der Inklusionsbeauftragten.
Aktuell bereitet der Arbeitskreis „Inklusive Job- und Ausbildungsmesse“ intensiv die nächste Messe vor, die am 21. Mai stattfinden wird. Aufbauend auf der erfolgreichen ersten inklusiven Job- und Ausbildungsmesse im Jahr 2024 soll auch die kommende Veranstaltung wieder dazu beitragen, Barrieren auf dem Arbeitsmarkt abzubauen, Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen und neue Perspektiven für Menschen mit Behinderung zu eröffnen. Die Messe versteht sich als Plattform für Information, Austausch und Vernetzung zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Arbeitssuchenden.
Der Arbeitskreis „Inklusive Bildung“ verfolgt das Ziel, das Bildungssystem für alle Kinder gerechter und zugänglicher zu gestalten. Ein zentraler Schwerpunkt liegt darauf, Eltern von Kindern mit Behinderung dabei zu unterstützen, sich im komplexen Hilfe- und Beratungssystem besser zurechtzufinden und ihre Rechte auf Teilhabe wahrzunehmen. Derzeit wird zudem die Entwicklung einer App zur besten und frühesten Unterstützung von Kindern mit Behinderung geplant, die Familien und Fachkräften als wertvolles Unterstützungsinstrument dienen soll. Darüber hinaus befasst sich der Arbeitskreis mit wichtigen Themen wie Schulbegleitung sowie der Weiterentwicklung inklusiver Strukturen in Kindertageseinrichtungen.
Im Arbeitskreis „Wohnen und Mobilität“ stehen derzeit insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im Mittelpunkt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Situation in Hochhäusern und Mehrparteienwohnanlagen. In enger Zusammenarbeit mit der GWG und weiteren Akteuren werden Lösungen für barrierefreies Wohnen und eine bessere Zugänglichkeit entwickelt, um selbstständiges Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
Auch dem Thema „E-Scooter“ widmeten sich die Inklusionsräte. Unter aktiver Einbeziehung des Arbeitskreises wurden in der Innenstadt feste Abstellflächen für E-Scooter eingerichtet. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum geleistet, insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie für sehbehinderte Personen, die zuvor durch unkontrolliert abgestellte Fahrzeuge gefährdet waren.
Befasst hat sich der Arbeitskreis „Klinikum“ auch mit der Situation gehörloser Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen. In den vergangenen Monaten wurde der Flyer „Umgang mit gehörlosen Patientinnen und Patienten“ entwickelt, der medizinischem Personal praxisnahe Hinweise für eine barrierearme und respektvolle Kommunikation gibt. Ziel ist es, die Versorgung gehörloser Menschen nachhaltig zu verbessern und das Bewusstsein für ihre besonderen Bedürfnisse zu stärken.
Der Arbeitskreis „Psychische Gesundheit“ setzt sich mit großem Engagement für die Enttabuisierung und Sensibilisierung rund um psychische Erkrankungen ein. Ein zentrales Thema ist die „Stille Stunde“ im Einzelhandel, die Menschen mit sensorischen Empfindlichkeiten oder psychischen Belastungen einen reizärmeren Einkauf ermöglicht. Darüber hinaus hat der Arbeitskreis in den vergangenen Jahren den Welttag der Suizidprävention aktiv begleitet und durch Informations- und Aufklärungsaktionen zur Bewusstseinsbildung in der Stadt beigetragen. In diesem Arbeitskreis entstand in Zusammenarbeit mit dem Steuerungsverbund Psychische Gesundheit Ingolstadt (SPGI) sowie der Caritas Kreisstelle ein weiterer Flyer, der einen Überblick über Beratungs- und Unterstützungsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen bietet. Das Informationsmaterial richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige und Fachstellen und leistet einen wichtigen Beitrag zur besseren Orientierung im Hilfesystem.
„Inklusion beim automatisierten und vernetzten Fahren“ war ebenfalls ein Schwerpunkt. Hier hat sich der zuständige Arbeitskreis gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt mit den Bedarfen von Menschen mit Behinderung im Kontext neuer Mobilitätstechnologien auseinandergesetzt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Barrierefreiheit und Teilhabe bereits in der Forschungs- und Entwicklungsphase mitzudenken. Die Expertise und Erfahrungen von Betroffenen konnten direkt in die wissenschaftliche Arbeit einfließen und liefern wertvolle Impulse für eine inklusive Mobilität der Zukunft.
Über die Arbeitskreise hinaus hat der Inklusionsrat gemeinsam mit zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten sowie Vertretern der Verwaltung das Herbstvolksfest und den Christkindlmarkt auf ihre Barrierefreiheit hin überprüft. Bei Begehungen wurden konkrete Verbesserungspotenziale identifiziert und Aussteller gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht, um langfristig eine inklusivere Gestaltung dieser großen öffentlichen Veranstaltungen zu erreichen.
Insgesamt hat der Inklusionsrat mit seinen Arbeitskreisen in den vergangenen Jahren viel bewegt und wichtige Impulse für eine inklusivere Stadtgesellschaft gesetzt. Die geleistete Arbeit hat nicht nur konkrete Veränderungen bewirkt, sondern auch das Bewusstsein für Vielfalt und Teilhabe in Ingolstadt gestärkt.
Pressestelle/Stadt Ingolstadt
