Im Audi museum mobile wurde die Broschüre zum Jubiläum „75 Jahre Mitbestimmung“ präsentiert.
Der Zusammenhalt gilt bei Audi als entscheidender Erfolgsfaktor – und genau diese Linie zieht die Jubiläumsbroschüre zu 75 Jahren Mitbestimmung konsequent durch. Sie spannt den Bogen von den frühen Nachkriegsjahren, in denen Materialknappheit, Wiederaufbau und Absatzkrisen den Alltag bestimmten, über wirtschaftliche Aufschwünge und Einbrüche der 1970er- und 1990er-Jahre bis hin zum Aufstieg zur Premiummarke vor der Jahrtausendwende. Ebenso zeichnet sie die technologischen Umbrüche, Konflikte und Krisen der Gegenwart nach – als Teil einer Standortgeschichte, in der Veränderung zur Konstante geworden ist.
Vorgestellt wurde die Broschüre im Audi museum mobile – bewusst an einem Ort, an dem Unternehmensgeschichte greifbar wird. Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Betriebsrats Audi Ingolstadt, dankte zum Auftakt dem Team und würdigte besonders Ralf Mattes, Sprecher Kommunikation Gesamtbetriebsrat, der die Publikation mit historischen Bildern und einer archivisch angelegten Chronik erarbeitet hat. Als Beispiel für die Kraft der Bildsprache nannte Schlagbauer das Titelmotiv: eine Aufnahme von einer Betriebsversammlung aus dem Jahr 1965, die einen markanten Moment der Unternehmensentwicklung dokumentiert.
Inhaltlich versteht sich die Broschüre als Spurensuche, Zeitreise und Überblick: Sie erzählt die Entwicklung des Standorts Ingolstadt ebenso wie die Themen, Aufgaben und Arbeit des Betriebsrats – und damit die Interessenvertretung der arbeitenden Menschen bei der „Union“. Schlagbauer ordnete das Jubiläum entsprechend ein: 75 Jahre seien nicht bloß eine Zahl, sondern ein Stück gelebte Verantwortung in bewegten Zeiten. Mitbestimmung sei dabei kein Relikt, sondern ein Orientierungspunkt – gerade dann, wenn Transformation, Investitionen und Beschäftigung immer wieder neu austariert werden müssen.


Aus Unternehmenssicht bezeichnete Xavier Ros, Arbeitsdirektor und Personalvorstand der AUDI AG, die Mitbestimmung als festen Bestandteil der Unternehmensgeschichte und als Stabilitätsfaktor. Der strukturierte Dialog zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretung führe zwar zu intensiven Diskussionen, sorge aber für tragfähige und akzeptierte Entscheidungen. Ros rief ausdrücklich zur Beteiligung an den anstehenden Betriebsratswahlen auf: Eine hohe Wahlbeteiligung stärke die Mitbestimmung und gebe ihr den nötigen Rückhalt in Zeiten des Umbruchs.
Rita Beck, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Audi Ingolstadt, stellte den Rückhalt der Belegschaft als Kern der Mitbestimmung heraus. 75 Jahre Betriebsrat seien ohne Zusammenhalt nicht möglich gewesen – weil Krisen, Entscheidungen und Erfolge gemeinsam getragen worden seien. Mitbestimmung bedeute konkrete Arbeit für die Menschen im Unternehmen: von Beschäftigungs- und Standortsicherung über Qualifizierung bis zu sozialem Schutz und langfristigem Engagement. Zum Schluss brachte Beck die Botschaft auf den Punkt: „Wir halten zusammen und wir geben Sicherheit in unsicheren Zeiten.“
Wie sich das Gefühl von Mitbestimmung verändert habe, beschrieb Karola Frank, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Audi Ingolstadt, mit Blick auf die aktuelle Arbeitswelt: Beschäftigte wollten sich heute stärker einbringen, früher wissen, was passiert, und aktiv mitreden – auch bei Themen wie Gesundheitsschutz, mobilem Arbeiten, Qualifizierung und Digitalisierung. Für Frank ist das Jubiläum zugleich Auftrag und Haltung: Betriebsrat und Belegschaft zögen gemeinsam eine Linie – für Demokratie im Betrieb und dafür, dass in Zeiten der Veränderung niemand allein gelassen werde.
