Unsere heimische Natur bietet zahlreichen Wildtieren einen unverzichtbaren Lebensraum.
Besonders in der kalten Jahreszeit kommen dabei Höhlen, Stollen und Kellern eine große Bedeutung zu: Sie dienen Fledermäusen und anderen Tieren als geschützte Überwinterungsquartiere.
Fledermäuse halten während der Wintermonate Winterschlaf. „In dieser Zeit fahren sie ihre Körperfunktionen stark herunter und leben ausschließlich von den Fettreserven, die sie sich im Herbst angefressen haben.“, erklärt Naturpark-Ranger und Fledermaus-Fachberater Manni Bauer. „Schon kleine Störungen – etwa durch Licht, Lärm, Erschütterungen oder Bewegungen – können dazu führen, dass die Tiere aufwachen. Das kostet sie wertvolle Energie, die ihnen später fehlt. In manchen Fällen überleben Fledermäuse den Winter dann nicht.“
Darum gilt aus gutem Grund: Vom 1. Oktober bis 31. März ist das Betreten von Höhlen, Kellern und Stollen gesetzlich verboten (Bundes-Naturschutzgesetz §39).
Bitte respektieren Sie die gesetzliche Sperrung der Höhlen während der Wintermonate und informieren Sie auch andere über den Sinn dieser Schutzmaßnahme. Auch wenn in einer Höhle auf den ersten Blick keine Fledermäuse zu sehen sind, können sich dort Tiere gut verborgen in Felsspalten oder dunklen Ecken aufhalten – für uns kaum erkennbar, doch sie bemerken uns sofort.
In den vergangenen Jahren wurden leider in mehreren Höhlen tote Fledermäuse gefunden.
Es gibt Hinweise darauf, dass Lärm und Erschütterungen durch Feuerwerkskörper sowie diese selbst dabei eine Rolle gespielt haben. Der laute Knall und die damit verbundene Druckwelle können schon für Menschen beängstigend und störend sein. Für Fledermäuse mit ihrem sensiblen Gehör sind Kracher tödlich, die in ihrer Nähe explodieren.
„Grundsätzlich sind Feuerwerkskörper für die gesamte Tierwelt äußerst störend.“, berichtet Manni Bauer. „Der plötzliche Lärm und die grellen Lichtblitze versetzen viele Tiere in Stress und Angst, unabhängig davon, ob sie sich im Winterschlaf befinden oder nicht.“
Neben dem Lärm entsteht durch Feuerwerk auch eine große Menge Müll. Feuerwerksreste bleiben häufig in der Natur zurück und stellen insbesondere in Schutzgebieten eine Belastung für Tiere und Pflanzen dar. Plastik, Papier und chemische Rückstände können Lebensräume schädigen und Tiere gefährden.
Wer nicht auf die Verabschiedung des alten und Begrüßung des neuen Jahres mit Feuerwerk und Krachern verzichten möchte, sollte den Ort dafür mit Bedacht wählen. Die freie Natur ist dafür auf jeden Fall eine sehr schlechte Wahl. Und Kracher in Höhlen und Kellern gefährden nicht nur die dort versteckten Tiere, sondern auch die Personen, die sie zünden.
Danke, dass Sie verantwortungsvoll in der Natur unterwegs sind!
Bild: Verein Naturpark Altmühltal e.V.
Titel: Fledermaus – durch Feuerwerkskörper getötet
Pressestelle/Verein „Naturpark Altmühltal (südl. Frankenalb)“ e. V.
