Transparenz auf dem Immobilienmarkt
Der Gutachterausschuss Ingolstadt hat in seiner jüngsten Sitzung am 24. April die neuen Bodenrichtwerte zum Stichtag 01.01.2026 beschlossen. Mit der Aktualisierung werden die aktuellen Entwicklungen auf dem Grundstücksmarkt transparent abgebildet und Eigentümerinnen und Eigentümern, Kaufinteressierten, Unternehmen sowie weiteren Marktteilnehmenden eine verlässliche Orientierung geboten.
Die Bodenrichtwerte werden regelmäßig auf Grundlage tatsächlich erzielter Kaufpreise sowie weiterer marktrelevanter Daten ermittelt. Die Geschäftsstelle wertet diese Daten aus und zeigt damit die Entwicklung der Bodenpreise der letzten beiden Jahre. Die Bodenrichtwerte geben somit den durchschnittlichen Lagewert pro Quadratmeter Grundstücksfläche unbebauter Grundstücke an.
Die Auswertung zeigt, dass die Bodenrichtwerte für baureifes Wohnbauland außerhalb der Altstadt im gesamten Stadtgebiet durchschnittlich um 10,4 Prozent gesunken sind. Dieser Rückgang variiert je nach Lage. Während im überwiegenden Teil des Stadtgebiets rückgängige Werte zu verzeichnen sind, sind am westlichen Stadtrand in den Ortsteilen Irgertsheim, Pettenhofen, Mühlhausen und Dünzlau gegen den stadtweiten Trend steigende Bodenrichtwerte von rund acht Prozent festzustellen.
Die stärksten Rückgänge wurden in Kothau mit 25 Prozent sowie in Ringsee mit 24 Prozent festgestellt. Auch in hochpreisigen Lagen wie Probierlweg, Altes Westviertel, östlich des Fort-Haslang-Parks, Große Zellgasse sowie im Bereich Effnerstraße/Haslang zeigen sich überdurchschnittliche Rückgänge zwischen 13 und 14 Prozent. Vergleichsweise stabil entwickelten sich dagegen die Bereiche Etting sowie Knoglersfreude/Vogelfeld mit einem moderaten Rückgang von etwa fünf Prozent.
Die höchsten Bodenrichtwerte wurden weiterhin in den Lagen Probierlweg mit 1.330 €/m² sowie Große Zellgasse und Altes Westviertel mit jeweils 1.250 €/m² festgestellt. Die niedrigsten Bodenrichtwerte finden sich in Winden mit 480 €/m² sowie in Niederfeld mit 560 €/m².
In der Altstadt haben sich die Bodenrichtwerte in den hochpreisigen Zonen, wie z.B. der Fußgängerzone, um zwölf Prozent reduziert. In den Quartieren mit überwiegend Wohnnutzung gab es einen Rückgang von acht Prozent. Somit bewegen sich die Werte in der Altstadt zwischen 1.200 €/m² und 2.900 €/m².
Für Gewerbe- und Sondergebiete konnten zum Stichtag 01.01.2026 keine Veränderungen festgestellt werden, da kaum Kauffälle vorlagen. Die Bodenrichtwerte bleiben daher in diesen Bereichen unverändert.
Bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen zeigt sich insgesamt eine differenzierte Entwicklung. Im Süden des Stadtgebiets kam es zu einem leichten Anstieg von durchschnittlich fünf Prozent, im Nordosten hingegen zu einem Rückgang von etwa sieben Prozent. Im Westen entwickelten sich die Werte uneinheitlich mit sowohl steigenden als auch fallenden Tendenzen.
Neu ist durch eine gesetzliche Änderung, dass Auskunft und Einsicht der Bodenrichtwerte ab sofort über den Bayernatlas (bayern.atlas.de) oder BORIS-Bayern erfolgen können. Somit werden alle Bodenrichtwerte zum Wertermittlungsstichtag 01.01.2026 und 01.01.2024 dauerhaft und kostenlos online zur Verfügung gestellt.
Zusätzlich ist die aktuelle Bodenrichtwertkarte in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Technischen Rathaus, Spitalstraße 3, 1. Obergeschoss, öffentlich ausgehängt. Allen Interessierten stehen die Geschäftsstelle für weitere Auskünfte telefonisch (0841/305-2139 oder -2141) oder während den Öffnungszeiten persönlich zur Verfügung.
„Mit der turnusgemäßen Fortschreibung der Bodenrichtwertkarte schaffen wir Transparenz auf dem Immobilienmarkt und stellen allen Interessierten eine verlässliche Datengrundlage zur Verfügung“, erklärt die Vorsitzende des Gutachterausschusses, Stadtbaurätin Ulrike Wittmann-Brand.
Pressestelle Stadt Ingolstadt
