Wer derzeit über die südliche Ringstraße fährt, braucht starke Nerven. Der Ausschuss sieht dringenden Handlungsbedarf, die Stadt prüft eine kurze Vollsperrung statt einer langwierigen Baustelle.
Flickstellen, Unebenheiten und deutliche Fahrbahnschäden prägen derzeit das Bild auf der südlichen Ringstraße zwischen Münchener Straße und Manchinger Straße. Im Ausschuss für Finanzen, Liegenschaften, Wirtschaft und Arbeit wurde am Dienstag deutlich, dass der schlechte Zustand der Strecke aus Sicht der Stadt und des Gremiums rasches Handeln erfordert.
Im Mittelpunkt der Beratung stand vor allem die Frage, wie die Sanierung möglichst schnell und mit vertretbarem Aufwand umgesetzt werden kann. Aus dem Gremium kam der Wunsch, eine Lösung mit kurzer Bauzeit und möglichst geringen Begleitkosten zu finden. Dabei wurde auch die Möglichkeit einer Vollsperrung ins Spiel gebracht, wenn sich dadurch die Bauzeit deutlich verkürzen lässt und eine langwierige Baustelle vermieden werden kann.
Nach Angaben der Verwaltung wird derzeit genau eine solche Variante geprüft. Im Raum steht ein Modell, bei dem die Straße an zwei verlängerten Wochenenden von Donnerstag bis Sonntag unter Vollsperrung saniert werden könnte. Ob diese Lösung technisch und organisatorisch tatsächlich umgesetzt werden kann, ist nach Angaben des Baureferats aber noch offen. In die Überlegungen einbezogen werden müsse zudem auch die Sanierung der Radwegunterführung.
Als günstiger Zeitraum für die Arbeiten gelten aus Sicht der Stadt die Sommerferien, weil dann mit geringeren Auswirkungen auf den Verkehr gerechnet wird. Gleichzeitig machte die Verwaltung deutlich, dass ein Baustart erst möglich ist, wenn die Finanzierung gesichert ist.


Genau hier liegt derzeit die zentrale Hürde. Nach Angaben der Stadt muss zunächst die haushaltsrechtliche Würdigung abgewartet werden. Diese werde in den kommenden Tagen beziehungsweise innerhalb von ein bis zwei Wochen erwartet. Anschließend müsse die Regierung von Oberbayern über die weiteren Schritte entscheiden. Im Ausschuss wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die Maßnahme wegen des schlechten Straßenzustands als unabweisbar eingestuft und dadurch beschleunigt werden könnte. Die Verwaltung verwies jedoch auf die formalen Vorgaben und machte deutlich, dass sie an das Verfahren gebunden ist.
Zugleich betonte die Stadt, dass die südliche Ringstraße bereits zu den dringendsten Maßnahmen gehöre, die man mit Vorrang vorbereite. Man stehe in engem Austausch mit der Regierung und hoffe auf eine zügige Entscheidung. Ohne gesicherte Finanzierung könne die Sanierung jedoch nicht beginnen.
Zum Ende der Debatte weitete sich der Blick auf das gesamte Straßennetz in Ingolstadt. Raimund Köstler (ÖDP) verwies darauf, dass nicht nur die südliche Ringstraße, sondern auch andere Straßen nach dem Winter in schlechtem Zustand seien. An Baureferent Franz gerichtet sagte er: „Es wäre schön, wenn Sie mal in einer der zukünftigen Sitzungen eine Einschätzung unseres Straßennetzes liefern. Wie sieht es denn jetzt wirklich aus?“ Franz sagte zu, eine entsprechende Einschätzung in einer der nächsten Sitzungen zu geben.
Der Ausschuss behandelte die Vorlage vorberatend ohne Gegenstimmen.

