Ingolstädter Schaeffler-Standort wird bis 2027 weiter verschlankt

Betriebsrat sichert Perspektiven und Standortsicherung

Auf der ersten Betriebsversammlung des Jahres informierte die Werkleitung der Schaeffler Technologies AG & Co. KG am vergangenen Donnerstag die Belegschaft des Standorts Ingolstadt über weitreichende strukturelle Veränderungen. Hintergrund sind anhaltende wirtschaftliche Herausforderungen sowie der Wegfall eines Produkts, das künftig nicht mehr wirtschaftlich in Ingolstadt gefertigt werden kann. Der Standort fertigt derzeit ausschließlich Komponenten für Verbrennungsmotoren und ist damit besonders vom technologischen Wandel betroffen.

Einvernehmliche Lösung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat

Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Betriebsrat auf ein gemeinsames Standortkonzept verständigt. Ziel sei es, den Standort kurzfristig zu stabilisieren und gleichzeitig Perspektiven für eine zukünftige Weiterentwicklung zu schaffen. Kern der Vereinbarung ist ein freiwilliges Personalabbauprogramm. Bis Ende des ersten Quartals 2027 sollen 74 Stellen über ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungsregelungen sowie Altersteilzeit sozialverträglich abgebaut werden. Die entsprechende Betriebsvereinbarung wurde verabschiedet. Zudem wurde die bestehende Betriebsvereinbarung „Standortkonzept“ bis zum 31. Dezember 2029 verlängert, wodurch für die verbleibenden Beschäftigten zusätzliche Sicherheit entsteht. Mit Umsetzung des Personalabbaus reduziert sich die Belegschaft des Standorts seit 2020 insgesamt um rund 50 Prozent. Nach Abschluss der Maßnahmen werden in Ingolstadt noch etwa 250 Beschäftigte tätig sein.

Betriebsrat sieht trotz Einschnitten neue Chancen

Trotz der einschneidenden Maßnahmen sieht der Betriebsrat auch Potenzial für eine Neuausrichtung. Betriebsratsvorsitzender Robert Lauffer betonte: „Die Einschnitte sind hart und tun weh. Gleichzeitig ergeben sich aus der Neuaufstellung auch mittelfristig neue Perspektiven für den Standort. Diese wollen wir jetzt gemeinsam mit dem Arbeitgeber ausloten und aktiv gestalten.“ Der Betriebsrat kündigte an, gemeinsam mit der IG Metall die weitere Entwicklung eng zu begleiten und sich weiterhin für tragfähige Zukunftsperspektiven am Standort Ingolstadt einzusetzen.

Für Gerhard Stelzer von der IG Metall Ingolstadt ist eines klar: „Wir kämpfen seit mehr als zehn Jahren für die Arbeitsplätze in Ingolstadt – und daran wird sich auch nichts ändern.“ Der Gewerkschafter sieht die Hauptverantwortung bei der Konzernleitung, den Standort mit einem wettbewerbsfähigen Produkt auszulasten: „Die Beschäftigten haben über viele Jahre Sicherungsbeiträge geleistet. Jetzt muss der Arbeitgeber liefern.“

Pressestelle/IG Metall Ingolstadt

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