„Besondere Momente entstehen da, wo Leidenschaft auf Können trifft.“ Mit dieser Feststellung beschreibt Reinhard Dirr, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt, die Ingolstädter Jazztage. Beides vereint die Stromlos Bigband, die das Publikum an diesem Abend restlos begeistert. Damit stellt das Grand Opening – ein Format, das vor drei Jahren neu eingeführt wurde und sich großer Beliebtheit erfreut – vielversprechenden Nachwuchs statt eines großen Stars in den Mittelpunkt.
Die fantastische Bigband der jungen Musiker, die heuer ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, begeisterte mit ihrem Können und ihrer spürbaren Spielfreude. Ihrem musikalischen Leiter Robert Aichner merkte man die Freude an der Arbeit mit den jungen Menschen an. Er versteht es offenbar, jeden Einzelnen zu Höchstleistungen zu ermutigen. So ist es sicher kein Zufall, dass aus dieser Formation bereits mehrere Jazzförderpreisträger hervorgegangen sind. Diese Begeisterung übertrug sich auch auf das Publikum. Unterstützt wurde die Bigband von Frontsängerin Lena, die ebenfalls mit ihrer wunderbaren Präsenz und ihrem Können überzeugte.
Der Höhepunkt des Abends – sicher nicht nur für Max – war die Verleihung des Jazzförderpreises an den jungen Schlagzeuger. Der sympathische und bodenständige Max Wallrap zeigte sich sichtlich gerührt von dieser großen Ehre. Die Laudatio hielt Tom Jahn, Musikpädagoge und Leiter der Bigband Dachau, der Max bereits aus der gemeinsamen musikalischen Arbeit kennt. Wie verdient die Auszeichnung ist, bewies Max nicht nur mit seinem herausragenden Können am Schlagzeug, sondern auch mit zwei Eigenkompositionen, die von der Bigband gespielt wurden. Am Dienstag, 10. November, bietet sich im Kulturzentrum neun die Gelegenheit, das Wallrap Collective ausführlich zu erleben.
Dass Jazz keine musikalischen Grenzen kennt, zeigte anschließend die Hip-Hop-Performance. Hier trafen unterschiedliche musikalische Welten aufeinander und ergänzten sich zu einem mitreißenden Zusammenspiel. Auch damit setzte das Grand Opening ein Zeichen für einen offenen, lebendigen Jazz, der sich immer wieder neu erfindet.
Durch den Abend führten Fadime „Fadi“ Gültekin, Mitglied des Theaterensembles und bei Critical Friends, sowie der Schauspieler, Performer und DJ Sebastian Reier. Der rundum gelungene Abend hätte allerdings noch gewonnen, wenn sich die Moderatoren, vor allem aber der Laudator, wesentlich kürzer gefasst hätten. So ging leider wertvolle Zeit zulasten der großartigen Musiker, die an diesem Abend jede Aufmerksamkeit verdient hatten.
Die Jazztage finden vom 7. bis 14. November statt und sind seit mehr als vier Jahrzehnten ein kulturelles Highlight in Ingolstadt, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. (Ha-Ga)


































