Nach dem kriminellen Cyberangriff auf die Stadtverwaltung Eichstätt gibt es weitere Fortschritte bei der Wiederherstellung der IT-Systeme: Mittlerweile sind nahezu alle Server wieder am Netz. Schritt für Schritt konnten in den vergangenen Tagen auch Laufwerke und Programme zur digitalen Aktenführung wieder freigegeben werden. Damit kann die Stadtverwaltung ab Montag, 9. November, wieder mehr Dienstleistungen für Bürger/-innen anbieten. Von einem Normalbetrieb ist das Rathaus allerdings noch weit entfernt: Zahlreiche Fachanwendungen stehen weiterhin nicht zur Verfügung.
In den vergangenen Wochen haben die städtische IT-Abteilung und externe Fachleute für Cyber-Sicherheit die Systeme der Stadtverwaltung Schritt für Schritt wiederhergestellt. Grundlage dafür sind die Sicherungskopien, die die Stadt Eichstätt regelmäßig in mehreren Rechenzentren in Deutschland gespeichert hat. Nachdem zunächst die Server überprüft und wiederhergestellt wurden, konnten mittlerweile auch immer mehr Programme und Funktionen für die Mitarbeiter/-innen freigegeben werden. Dazu gehören beispielsweise die internen Laufwerke, auf denen Dokumente gespeichert sind, sowie Dokumentenmanagementsysteme, mit denen die Verwaltung ihre Akten und Vorgänge bearbeitet.
Diese Dienstleistungen sind ab Montag wieder möglich
Damit kann die Stadtverwaltung ab Montag, 9. November, über die bisherigen Angebote im eingeschränkten Betrieb hinaus wieder weitere Dienstleistungen anbieten:
Das städtische Ordnungsamt kann ab Dienstag wieder alle Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören insbesondere die Ausstellung von Parkausweisen für Menschen mit Schwerbehinderung, Handwerker/-innen und Bewohner/-innen. Wer einen Bewohnerparkausweis verlängern möchte, muss allerdings seinen bisherigen Parkausweis mitbringen. Natürlich können nicht alle abgelaufenen Bewohnerparkausweise in der kommenden Woche auf einmal verlängert werden. Deshalb gilt für die Übergangszeit: Wer einen seit dem 12. Oktober abgelaufenen Bewohnerparkausweis gut sichtbar im Auto auslegt, muss bis voraussichtlich 30. November kein Verwarnungsgeld befürchten.
Die Tourist-Information kann Gäste wieder uneingeschränkt beraten und Buchungen entgegennehmen. Das gilt beispielsweise für Stadtführungen, den Fahrradverleih und Zimmerreservierungen.
Auch das Liegenschaftsamt ist wieder fast im Normalbetrieb: Nun stehen die Online-Angebote für Baugrundstücke im Neubaugebiet Blumenberg-West (www.baupilot.com/eichstaett/blumenberg-west-2024) und für Gewerbegrundstücke Lüften-West und Zachenäcker III (immobilien.eichstaett.de) wieder zur Verfügung. Außerdem sind die technischen Voraussetzungen für den Abschluss von Grundstückskaufverträgen wiederhergestellt.
Das Fundbüro ist wieder vollständig arbeitsfähig, alle Verlust- und Fundlisten stehen wieder zur Verfügung.
Was weiterhin nicht möglich ist
Trotz dieser Fortschritte bestehen im Rathaus weiterhin erhebliche Einschränkungen. Denn auch wenn die meisten Server wieder funktionieren, bedeutet das nicht automatisch, dass alle Programme der Stadtverwaltung genutzt werden können.
Für viele Dienstleistungen benötigen die Mitarbeiter/-innen spezielle Fachanwendungen, etwa um Anträge zu bearbeiten, Daten abzurufen oder Bescheide auszustellen. Zahlreiche dieser Programme stehen derzeit noch nicht wieder zur Verfügung. Hier ist die Kommune auf Freigaben ihrer Software-Hersteller angewiesen. Hinzu kommt, dass die Stadt Eichstätt weiterhin keinen Zugang zum bayernweiten Behördennetz hat. Solange dieser Zugang nicht wieder möglich ist, können bestimmte Dienstleistungen nicht oder nur eingeschränkt angeboten werden. Dazu gehören insbesondere:
Personalausweise und Reisepässe: Können weiterhin nicht im Rathaus beantragt werden. In dringenden Ausnahmefällen hilft die Verwaltungsgemeinschaft Eichstätt.
Wohnsitzanmeldungen: Sind weiterhin nicht möglich. Wer sich wegen des Cyberangriffs nicht innerhalb der vorgeschriebenen zwei Wochen anmelden kann, muss deshalb keine Konsequenzen befürchten.
Eine vollständige Liste aller funktionierenden Dienstleistungen und ein kompletter Überblick, was noch nicht möglich ist, finden Sie unter www.eichstaett.de/cyberangriff. Die Stadtverwaltung bittet deshalb ausdrücklich darum, vor einem Rathausbesuch zu prüfen, ob die gewünschte Dienstleistung bereits wieder angeboten wird.
Wiederherstellung geht weiter
Parallel zum erweiterten Angebot für Bürger/-innen arbeiten die städtische IT-Abteilung und die externen Fachleute weiter daran, auch die noch fehlenden Anwendungen sicher wieder in Betrieb zu nehmen. Dabei gilt unverändert: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit. Erst wenn die notwendigen Prüfungen abgeschlossen sind und die entsprechenden Freigaben vorliegen, können weitere Systeme wieder genutzt werden.
Pressestelle Stadt Eichstätt
Foto: Dietmar Denger
